Überschwemmung: Kosten für Schadensbeseitigung steuerlich geltend machen! - Die Details

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Auf den vielen Schnee der letzten Wochen folgt unweigerlich Hochwasser. Als Betroffener sollten Sie nicht vergessen, die Kosten für die Schadensbeseitigung als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend zu machen!

Voraussetzungen

Haben Sie Aufwendungen, um Schäden an Ihrer selbst genutzten Wohnung oder Ihrem Hausrat usw. zu beheben, sind das eigentlich Kosten der privaten Lebensführung. Die Kosten der Schadensbeseitigung dürfen Sie nur dann als außergewöhnliche Belastungen absetzen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Ein existenziell notwendiger Gegenstand ist beschädigt bzw. zerstört worden oder verloren gegangen
    durch ein unabwendbares Ereignis,
  • und es trifft Sie daran kein eigenes Verschulden.
  • Außerdem dürfen Sie nicht leichtfertig auf Erstattungsmöglichkeiten verzichtet haben und
  • Sie müssen (mit wenigen Ausnahmen) alle Versicherungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Abziehbare Kosten

Neben den eigentlichen Wiederbeschaffungs- bzw. Reparaturkosten gehören zu den abziehbaren Aufwendungen auch die Kosten für die Entsorgung und ggf. die Kosten für ein Sachverständigengutachten. Von den gesamten Kosten wird aber nur der so genannte "verlorene Aufwand" berücksichtigt:

Das Finanzamt darf Ihnen den Abzug der Kosten nicht mit dem Argument verweigern, dass Sie durch den neuen Gegenstand (bzw. die Reparatur des Gegenstandes) einen Gegenwert erhalten haben.
Anrechnen lassen müssen Sie sich aber den Wertvorteil, der sich ergibt, wenn Sie einen alten Gegenstand gegen einen neuen austauschen und sich dadurch die Nutzungsdauer verlängert (z.B. bei Gebäuden oder Möbeln).

Beispiel: Mitte 2010 hatte Ihr für 250.000 Euro erbautes Einfamilienhaus noch einen Restwert von 190.000 Euro. Nach dem Hochwasser Anfang 2011 beträgt der Restwert nur noch 100.000 Euro. Als außergewöhnliche Belastungen absetzen dürfen Sie Wiederherstellungskosten bis zu 90.000 Euro (190.000 Euro ./. 100.000 Euro).

Steuertipp
Tritt der Schaden innerhalb von fünf Jahren nach Fertigstellung des Gebäudes auf, wird grundsätzlich keine Werterhöhung angerechnet. Wegen der langen Nutzungsdauer gilt ein fünf Jahre "junges" Gebäude noch als neu. In den Verwaltungsanweisungen geht es zwar ausschließlich um Grundwasserschäden. Bei anderen Schäden muss u.E. aber das Gleiche gelten.

Kommt es zu einer Wertverbesserung, müssen Sie sich diesen Vorteil ebenfalls anrechnen lassen.

Beispiel: Für die zerstörten Furnierholzmöbel schaffen Sie sich nun Echtholzmöbel an und lassen im Zuge der Wiederherstellung der zerstörten Außenfassade eine bisher nicht vorhandene Vollwärmeschutzisolierung vornehmen.

Wer Streitigkeiten mit dem Finanzamt über den Wertvorteil bzw. die Wertverbesserung vermeiden will, sollte sich vor der Schadensbeseitigung ein Sachverständigengutachten einholen.
Abziehbar sind nur angemessene Aufwendungen, wobei es hierfür leider keine aktuellen Richtwerte gibt. Der BFH ist neuerdings aber großzügig. So hat er in einem aktuellen Urteil zum Austausch eines formaldehydverseuchten Schlafzimmers gegen schadstofffreie Möbel umgerechnet 13.000 Euro als angemessen angesehen.

Keine außergewöhnlichen Belastungen liegen vor, wenn die Kosten zu den Werbungskosten oder Betriebsausgaben zählen (z.B. zu den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung bei Schäden an einem vermieteten Gebäude).

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