Treppenlift: Wann Sie ein amtsärztliches Attest benötigen

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Der Einbau eines Treppenlifts ist teuer. Da hilft es, wenn Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen können. Damit Sie keine Probleme mit dem Finanzamt bekommen, müssen Sie aufpassen:

Bisher galt so ein Lift als medizinisches Hilfsmittel im »engeren« Sinne. Deshalb brauchten Sie kein amtsärztliches Attest und ein Gegenwert spielte auch keine Rolle (Finanzgericht Berlin vom 1.11.1994, EFG 1995 S. 264). Jetzt vertritt das Finanzgericht Nürnberg die Auffassung, dass auch gesunde, aber ältere Menschen Treppenlifte nutzen, um mehr Lebensqualität zu haben. Deshalb liege ein Hilfsmittel im »weiteren Sinne« vor. Die Folge: Sie benötigen jetzt ein amtärztliches Attest, wenn Sie Ihre Kosten absetzen wollen (Finanzgericht Nürnberg vom 4.12.2003, EFG 2004 S. 735).

Unser Steuertipp:

Besorgen Sie sich vor dem Einbau vorsichtshalber ein amtsärztliches Attest, dass der Lift wegen Behinderung oder Krankheit notwendig ist.

Auch nach dem Nürnberger Urteil geht es ausnahmsweise ohne amtsärztliches Attest,

  • wenn der Treppenlift zweifelsfrei wegen Behinderung oder Krankheit notwenig ist, zum Beispiel bei einer schweren Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit. Das müssen Sie aber nachweisen, zum Beispiel durch ein entsprechendes Merkzeichen in Ihrem Schwerbehindertenausweis (»Ausweis nach SGB IX«).
  • wenn Sie einen Zuschuss von Ihrer Krankenversicherung bekommen.

Achten Sie außerdem immer darauf, dass der Treppenlift nur zur Beförderung einer gehbehinderten Person zugelassen ist.

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