Steuerliche Berücksichtigung alternativer Heilbehandlungen

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Die Kosten für alternative Heilbehandlungsmethoden können als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden. Voraussetzung: Sie legen ein im Voraus erstelltes amts- bzw. vertrauensärztlichen Gutachten vor.

Aus dem Gutachten muss sich die medizinische Notwendigkeit der entsprechenden Behandlungsmethode ergeben, entschied das FG Münster (Urteil vom 16.6.2010, Az. 10 K 1655/09; Az. der Revision beim BFH: IV B 101/10).

Im entschiedenen Fall ging es um Kosten für:

  • Lerntherapien bei ihren Kindern,
  • energetische Heilbehandlungen,
  • spirituelle Lebensmanagement-Beratungen und
  • Feng-Shui-Arbeiten.

Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil die Kläger kein amtsärztliches Attest vorlegen konnten, aus dem die medizinische Erforderlichkeit der Behandlungen hervorging.

Das FG Münster bestätigte die Auffassung des Finanzamts: Gerade bei umstrittenen wissenschaftlichen Behandlungsmethoden sei ein vorab ausgestelltes amts- bzw. vertrauensärztliches Gutachten notwendig, meinten die Richter. Denn nur so sei erkennbar, ob die Kosten den - steuerlich zu berücksichtigenden - Heilbehandlungen oder aber den - steuerlich unbeachtlichen - Gesundheitsförderungsmaßnahmen zuzuordnen sind. Im Streitfall wurde zudem von den Klägern nicht nachgewiesen, dass den streitigen Behandlungen überhaupt eine Krankheit zu Grunde lag oder die Behandlungen nur der Steigerung des körperlichen Wohlbefindens dienten.

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