Selbsthilfegruppe für Suchtkranke: Kosten können außergewöhnliche Belastung sein

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Alkoholkranke Steuerzahler, die längere Zeit an Sitzungen und Veranstaltungen einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, um von ihrem Laster loszukommen, können einen Teil des Aufwandes dafür vom steuerpflichtigen Einkommen absetzen.

Im entschiedenen Fall hatte ein alkoholkranker Steuerzahler regelmäßig an Sitzungen des Kreuzbundes teilgenommen, einer Selbsthilfegruppe für Suchtkranke und deren Angehörige. Der Steuerzahler hatte die dabei entstandenen Kosten für die Anfahrt zu den Gruppensitzungen und den Gruppenbeitrag in seiner Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht.

Das FG Münster entschied: Kosten, die für die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe entstehen, dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Als Krankheitskosten und damit außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden:

  • der Bundesbeitrag,

  • der monatliche Gruppenbeitrag und

  • die Fahrtkosten für den Besuch der Gruppe.

Im konkret entschiedenen Fall hatte der Steuerzahler allerdings finanziell leider nichts davon, da die von ihm geltend gemachten außergewöhnlichen Belastungen die zumutbare Eigenbelastung nicht überstiegen (FG Münster vom 16.11.2011, 10 K 200/10 E ).

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