Schönheitsoperation steuerlich nicht absetzbar

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Die Kosten für eine Bruststraffung und Brustverkleinerung sind keine außergewöhnliche Belastung und können deshalb nicht steuerlich berücksichtigt werden. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden.

In dem entschiedenen Fall machten Eltern 4.650 € für eine Bruststraffung und Brustverkleinerung bei ihrer 20-jährigen Tochter als außergewöhnliche Belastungen in ihrer Steuererklärung geltend, nachdem die Krankenkasse die Übernahme der Kosten abgelehnt hatte. Grund für die Operation war eine deutliche Ungleichheit der Brüste, die laut einem Attest der Frauenärztin zu einer gravierenden psychosomatischen Belastung mit Störungen des Körperbildes und des Selbstwertgefühls und zu depressiven Zügen bei der Tochter geführt habe. Darüber hinaus sei es zu großen Problemen in der Partnerschaft und einer Störung des Sexuallebens gekommen.

Krankheitskosten werden als außergewöhnliche Belastung jedoch nur berücksichtigt, wenn sie zum Zweck der Heilung einer Krankheit oder mit dem Ziel getätigt werden, eine Krankheit erträglich zu machen und ihre Folgen zu lindern.

Richter: Ungleiche Brüste sind keine Krankheit

Diese Voraussetzung lag nach Ansicht des Gerichts nicht vor. Es schloss sich der Meinung der Krankenkasse an und entschied, dass die Ungleichheit der Brüste keinen Krankheitswert hat. Ein solcher Krankheitswert ist nur dann gegeben, wenn der Betroffene in seiner Körperfunktion beeinträchtigt wird oder an einer Abweichung vom Regelfall leidet, die entstellend wirkt.

Eine entstellende Wirkung ist gegeben, wenn es sich objektiv um eine erhebliche Auffälligkeit handelt, die naheliegende Reaktionen der Mitmenschen wie Neugier oder Betroffenheit und damit zugleich erwarten lässt, dass die Betroffene ständig viele Blicke auf sich zieht, zum Objekt besonderer Beachtung anderer wird und sich deshalb aus dem Leben in der Gemeinschaft zurückzuziehen und zu vereinsamen droht, sodass die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gefährdet ist. Die körperliche Auffälligkeit muss dabei in einer solchen Ausprägung vorhanden sein, dass sie sich schon bei flüchtiger Begegnung in alltäglichen Situationen quasi im Vorbeigehen bemerkbar macht und regelmäßig zur Fixierung des Interesses anderer auf den Betroffenen führt.

Etwaige psychische Belastungen bzw. Folgen hätten statt mit einer Operation mit den Mitteln der Psychotherapie gelindert werden können (FG Rheinland-Pfalz vom 20.5.2014, 5 K 1753/13 ).

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