Scheidung: Abfindung von Unterhaltsansprüchen keine außergewöhnliche Belastung!

 - 

Ein Ehepaar lässt sich scheiden. Anstelle laufender Unterhaltszahlungen vereinbaren die Partner eine einmalige Abfindung. Diese Aufwendungen können nur begrenzt als außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen oder im Wege des Realsplittings steuerlich geltend gemacht werden.

Regelung bei außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen, § 33a EStG:

Hier können Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehepartner bis zu 7.680 Euro im Kalenderjahr geltend gemacht werden. Die Zustimmung des Unterhaltsempfängers ist nicht erforderlich. Voraussetzung ist jedoch, dass der Unterhaltsempfänger nur über ein geringes Vermögen verfügt; außerdem mindern seine Einkünfte und Bezüge den abziehbaren Höchstbetrag.

Regelung beim Realsplitting, § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG:

Hier können Unterhaltszahlungen bis zu 13.805 Euro im Kalenderjahr als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das geht allerdings nur mit Zustimmung des Unterhaltsempfängers, der die Unterhaltszahlungen selbst als sonstige Einkünfte versteuern muss.

Als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG bleiben abziehbar:

Leistungen, mit denen kein typischer Unterhaltsbedarf abgedeckt wird, sondern ein besonderer und außergewöhnlicher Bedarf, können ohne betragsmäßige Beschränkung nach § 33 EStG abgezogen werden. Voraussetzung: Die Zahlungen liegen über der so genannten "zumutbaren Belastung", die  nach einem Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte berechnete wird. Die Regelung gilt z.B. bei Krankheits- oder Heimpflegekosten.

Die Entscheidung, ob beschränkt abziehbare typische Unterhaltsleistungen oder der Höhe nach unbeschränkt zu berücksichtigende Zahlungen zur Deckung eines außergewöhnlichen Bedarfs vorliegen, richtet sich dabei ausschließlich nach dem Anlass und der Zweckbestimmung der Leistungen. Es kommt nicht darauf an, ob laufend gezahlt wird oder die Unterhaltsansprüche des geschiedenen Ehegatten in einer Summe abgefunden werden (BFH, Urteil vom 19.6.2008, Az. III R 57/05).

Weitere News zum Thema

  • Lipödem: Operation nicht absetzbar

    [] Die Kosten einer Operation zur Beseitigung einer Fettverteilungsstörung waren auch im Jahr 2013 nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzbar. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden. mehr

  • Heimkosten der Eltern steuerlich geltend machen

    [] Die Unterbringung in einem Altersheim oder Pflegeheim ist eine teure Angelegenheit. In bestimmten Fällen können Sie die Heimkosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art absetzen – auch dann, wenn Sie als Kind die Heimkosten für Ihre Eltern tragen! mehr

  • Demenzkranker Ehepartner im Heim: Zusammenveranlagung möglich

    [] Leben Ehepartner das ganze Jahr über dauernd getrennt, können sie nicht mehr nach dem Splittingtarif besteuert werden. Das FG Niedersachsen hat entschieden, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist, wenn einer der Ehepartner wegen Demenz im Pflegeheim lebt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.