Rechtsberatungskosten bei Scheidung: keine außergewöhnliche Belastung!

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Eine Scheidung ist teuer. Welche Kosten können Sie als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung geltend machen, welche nicht? Vom FG Hessen gibt es dazu ein neues Urteil.

Die Richter entschieden: Wenn Sie sich im Vorfeld einer Scheidung zu den Themen Unterhalt und Vermögensausgleich anwaltlich beraten lassen, entstehen dabei keine außergewöhnlichen Belastungen (FG Hessen, Urteil vom 1.8.2008, Az. 4 K 2858/07).

Übersicht: Welche Kosten sind abziehbar, welche nicht?

Da eine Ehe nur durch eine gerichtliche Entscheidung aufgelöst werden kann, sind die Kosten des Scheidungsprozesses zwangsläufig und damit als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art abziehbar (H 33.4 Scheidung EStH 2006). Abziehbar sind aber lediglich die Kosten

  • für die Scheidung selbst und
  • für die Regelung des Versorgungsausgleichs, den das Gericht von Amts wegen zusammen mit der Scheidung vornimmt (sog. Zwangsverbund). Durch den Versorgungsausgleich werden die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften gleichmäßig auf beide Partner aufgeteilt.

Alle anderen Kosten, die mit der Scheidung zusammenhängen, sind keine außergewöhnlichen Belastungen:

  • Gerichtskosten zur Regelung von Scheidungsfolgesachen, wenn sie auf Antrag eines Partners zusammen mit der Scheidung vom Gericht geregelt werden (sog. Verbund),
  • die Regelung des Sorge- und Umgangsrechts für ein gemeinsames Kind,
  • die Entscheidung über den Unterhalt für den Ehepartner und ein Kind,
  • die Regelung der güterrechtlichen Verhältnisse sowie
  • die Verteilung von Hausrat und Ehewohnung.

Entscheidet das Gericht im Verbund mit der eigentlichen Scheidung auch Scheidungsfolgesachen, ergeht normalerweise eine einheitliche Kostenentscheidung. Da nur die Kosten für die Scheidung selbst und für den Versorgungsausgleich abziehbar sind, müssen Sie die Kosten aufteilen - ggf. im Wege der Schätzung.

In der Regel bürdet das Gericht jedem Ehepartner die Hälfte der Kosten auf. Übernehmen Sie freiwillig einen höheren Anteil, dürfen Sie trotzdem nur die Kosten geltend machen, die Sie laut Kostenentscheidung tragen müssen.


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