Pflege: Zeitaufwand ist keine außergewöhnliche Belastung

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Wer einen Angehörigen pflegt, kann zwar Fahrtkosten, Heimkosten und Sachleistungen steuerlich als außergewöhnliche Belastungen geltend machen – nicht aber die Zeit, die er für die Pflege aufgewendet hat.

So jedenfalls lautet das Urteil des FG Hessen in folgendem Fall:

Ein geschäftsführender Gesellschafter wurde vom Amtsgericht als ehrenamtlicher Betreuer seiner Mutter bestellt, die an Demenz und Darmkrebs erkrankt war. In seiner Steuererklärung machte er als außergewöhnliche Belastung neben Fahrtkosten, Heimkosten und Sachleistungen auch

  • den Zeitaufwand für die Pflege geltend. Er setzte dabei einen Stundenlohn von 10 Euro an und kam so bei 250 Stunden Pflege auf 2.500 Euro.
  • sechs für die Pflege "geopferte" Urlaubstage geltend, für die er je 433 Euro (insgesamt also 2.598 Euro) ansetzte.
  • 150 Stunden Zeitaufwand für Schriftverkehr, Telefonate und Rechnungsprüfungen geltend, die er ebenfalls mit 10 Euro pro Stunde (insgesamt 1.500 Euro) berechnete.

Zur Begründung führte der pflegende Sohn an, er habe während der Zeit der Betreuung einen Dienstausfall zu verzeichnen gehabt. Dass dieser einen Abzug von außergewöhnlichen Belastungen nicht ermöglicht, hat der BFH allerdings schon 1995 entschieden (Az. III B 26/95).

Finanzamt und Finanzgericht lehnten folgerichtig auch in diesem Fall die Anerkennung außergewöhnlicher Belastungen für die aufgewendete und in Geld umgerechnete Zeit ab (FG Hessen, Urteil vom 11.3.2011, Az. 11 K 1850/10).

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