Medizinische Therapieliege: keine außergewöhnliche Belastung

 - 

Die Kosten für Hilfsmittel, die sowohl von kranken als auch von gesunden Menschen benutzt werden, erkennt das Finanzamt nicht als außergewöhnliche Belastungen an. Zu Recht, meint das FG Berlin-Brandenburg.

Im zugrunde liegenden Fall hatte der Kläger eine medizinische Therapieliege für 2.616 € gekauft. Konkret handelte es sich um eine automatische Thermoliege, die eine Thermomassage durchführt. Die Anwendung soll laut Hersteller zur Unterstützung der Muskelentspannungstherapie und der phasenweise Erleichterung kleinerer Muskel- und Gelenkschmerzen, Steifigkeit und Erhöhung der Blutzirkulation führen.

Die Kosten machte der Kläger in seiner Steuererklärung im Bereich der außergewöhnlichen Belastungen geltend. Der Steuererklärung fügte er ein (undatiertes) Schreiben einer Allgemein-Medizinerin bei, in dem ihm medizinische Massagen in Form einer medizinischen Therapieliege empfohlen wurden.

Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht steuermindernd an, da die allgemeine Gesundheitsvorsorge nicht steuerbegünstigt und ein amtsärztliches Attest nicht vorgelegt worden sei.

Der Kläger legte daraufhin ein ärztliches Attest vor, wonach er schon seit Jahren unter Rückenschmerzen leide. Der Erwerb einer medizinischen Therapieliege sei gerechtfertigt gewesen und empfohlen worden. Er habe den Erfolg gehabt, dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr aufgetreten sei, Arztbesuche drastisch reduziert worden seien, der Medikamentenverbrauch zurückgegangen sei und vom Hausarzt keine Heil- und Hilfsmittel mehr verordnet worden seien. Außerdem legte er eine amtsärztliche Bescheinigung vor, die ihm chronische Wirbelsäulenbeschwerden seit Jahren bestätigte und feststellte, dass die medizinische Therapieliege geeignet sei, Rückenschmerzen durch muskuläre Verspannungen zu lindern. Die Liege diene damit der Gesunderhaltung.

All die Mühe brachte ihm leider vor dem Finanzamt und dem Finanzgericht keinen Erfolg. Bei der Massageliege handle es sich um einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, erklärten die Richter – und der hilft nicht beim Steuernsparen (FG Berlin-Brandenburg vom 20.1.2015, 13 K 13073/14 ).

Weitere News zum Thema

  • Lipödem: Operation nicht absetzbar

    [] Die Kosten einer Operation zur Beseitigung einer Fettverteilungsstörung waren auch im Jahr 2013 nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzbar. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden. mehr

  • Heimkosten der Eltern steuerlich geltend machen

    [] Die Unterbringung in einem Altersheim oder Pflegeheim ist eine teure Angelegenheit. In bestimmten Fällen können Sie die Heimkosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art absetzen – auch dann, wenn Sie als Kind die Heimkosten für Ihre Eltern tragen! mehr

  • Demenzkranker Ehepartner im Heim: Zusammenveranlagung möglich

    [] Leben Ehepartner das ganze Jahr über dauernd getrennt, können sie nicht mehr nach dem Splittingtarif besteuert werden. Das FG Niedersachsen hat entschieden, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist, wenn einer der Ehepartner wegen Demenz im Pflegeheim lebt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.