Lipödem: Operation nicht absetzbar

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Die Kosten einer Operation zur Beseitigung einer Fettverteilungsstörung waren auch im Jahr 2013 nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzbar. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden.

Und auch heute noch wäre die Operation nach der Argumentation der Richter nicht abziehbar, denn sie stellten fest, dass auch 2016 keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Liposuktion zur Behandlung eines Lipödems vorliegen. Dies entnahmen sie der aktuellen Rechtsprechung der Sozialgerichte, die für Klagen gegen Krankenkassen zuständig sind.

Kosten für wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden nur ausnahmsweise abzugsfähig

Kosten für wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden können nur in Ausnahmefällen als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sein. Voraussetzung ist, dass vor der Behandlung ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung erstellt worden ist.

Das war im aktuell entschiedenen Fall nicht erfolgt. Um diesen Sachverhalt ging es dabei:

Die Klägerin hatte in ihrer Steuererklärung im Bereich der außergewöhnlichen Belastungen 2.250 € für eine Fettabsaugung bei Lipödem (Bananenrolle, Oberschenkel und Unterschenkel beiderseits) geltend gemacht, weil ihre Krankenkasse diese Kosten trotz ärztlicher Verordnung nicht ersetzt hatte.

Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an mit der Begründung, dass sie nicht zwangsläufig im Sinne des § 33 EStG gewesen seien, denn die Klägerin habe die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme nicht nachgewiesen.

Dagegen legte die Klägerin erfolglos Einspruch ein – und auch ihre anschließende Klage brachte keinen Erfolg: Das Finanzgericht wies die Klage ab. Die Behandlung sei zum Zeitpunkt der Operation keine wissenschaftlich anerkannte Methode gewesen. Ein entsprechendes Gutachten aus dem Jahr 2011 sei 2013 noch aktuell gewesen, man habe im Rahmen des Rechtsstreits kein neues Gutachten einholen müssen (FG Rheinland Pfalz, Urteil vom 18.08.2016, 4 K 2173/15).

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