Kur-Kosten in der Steuererklärung

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Kuraufwendungen können ausnahmsweise auch auf Grund eines nachträglich erstellten Attestes als Krankheitskosten steuerlich abgesetzt werden. Lesen Sie hier, welche Voraussetzungen dabei erfüllt sein müssen - und wo die Anerkennung nicht funktioniert hat.

Dem Attest müssen objektive Untersuchungsergebnisse zu Grunde liegen, anhand derer auch nachträglich die medizinische Notwendigkeit der Kurmaßnahme sicher beurteilt werden kann. Insbesondere muss sich aus dem Attest ergeben

  • welche Erkrankung die Kur erforderte und
  • welche Therapie zur Linderung oder Heilung erforderlich war.

In diesem Fall wurde das nachträgliche Attest nicht akzeptiert:

Ein Steuerberater trat auf Anraten seines Hausarztes eine Kur an, da er seit Jahren an Diabetes, Fettleber und degenerativen Wirbelsäulenveränderungen litt. Er ging davon aus, dass er als freiwillig Versicherter vor Kurantritt kein amtsärztliches Attest einholen musste. Die Kur-Kosten machte er als außergewöhnliche Belastung in seiner Steuererklärung geltend.

Aus dem nachträglich erstellten amtsärztlichen Attest, das er später bei Gericht vorlegte, ging nicht hervor, welche Krankheiten durch die Kur geheilt oder gelindert werden sollten und welche Kurmaßnahmen im Einzelnen für erforderlich gehalten würden. Neben diesem Attest legte der Steuerberater eine Bescheinigung seines Hausarztes vor sowie eine Bescheinigungen der Privatklinik, die ihre Einnahmen aus Kuren wie der durchgeführten erzielt.

Die medizinische Notwendigkeit der Kur und der dort durchgeführten Maßnahmen waren für die Richter damit nicht ausreichend begründet. Denn viele der von der Privatklinik in Rechnung gestellten Leistungen hätten ebenso von Ärzten, Diätberatern, Physiotherapeuten, Masseuren und Fitnesstrainern am Wohnort des Klägers oder in unmittelbarer Umgebung erbracht werden können. Zudem dienten die durchgeführten Maßnahmen zu einem großen Teil auch der Erholung, Gesundheitsvorsorge und körperlichen Ertüchtigung. Die Aufwendungen des Steuerberaters für die Kur wurden daher nicht als außergewöhnliche Belastungen anerkannt.

Auch ein kleiner Seitenhieb auf den Beruf des Klägers war drin. Die Richter erklärten in ihrem Urteil:

Ein nachträglich erstelltes amtsärztliches Attest hat der BFH bisher nur in Ausnahmefällen genügen lassen. Zum Beispiel, wenn der Steuerpflichtige nicht in der Lage war, die Notwendigkeit einer vorherigen Begutachtung zu erkennen. Im vorliegenden Fall dürfte dem fachkundigen Kläger die seit dem Jahr 1980 geltende Rechtsprechung des BFH zu Kur(reis)en sowie die darauf basierende Auffassung der Finanzverwaltung bekannt sein (FG Düsseldorf, Urteil vom 18.8.2009, Az. 17 K 3411/08 E).

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