Krebsabwehrtherapie mit Ukrain: Keine außergewöhnliche Belastung

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Kosten für eine immunbiologische Krebsabwehrtherapie mit Ukrain können nicht steuerlich geltend gemacht werde, sagt das FG Niedersachsen. Interessant am Urteil ist eine Aussage bezüglich des amtsärztlichen Attests.

Das nämlich muss üblicherweise vor der Behandlung eingeholt werden. Im Falle einer plötzlich diagnostizierten und zudem lebensbedrohenden Krebserkrankung jedoch kann der Nachweis der medizinischen Indikation ausnahmsweise durch ein nachträglich erstelltes Sachverständigengutachten erbracht werden, urteilten die Richter aus Niedersachsen.

Der Grund: In dieser besonderen Situation ist es für den Erkrankten weder möglich noch zumutbar, sich vor der Behandlung um ein amtsärztliches Attest zu kümmern (FG Niedersachsen, Urteil vom 8.1.2009, Az. 11 K 490/07; Az. der Revision beim BFH noch nicht bekannt).

Hintergrund:

Kosten, die dazu dienen, eine Krankheit zu heilen oder deren Folgen erträglicher zu machen, sind als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art abziehbar.

Zu den abziehbaren Kosten zählen insbesondere Aufwendungen für ärztliche Behandlungen, Arznei-, Hilfs- und Heilmittel, Klinikaufenthalte, krankheitsbedingte Pflege und Heimunterbringung, spezielle Lebensmittel sowie einen wegen Krankheit notwendigen Umzug. Medizinische Aufwendungen durch Schwangerschaft und Geburt zählen der Einfachheit halber auch zu den Krankheitskosten. Zusätzlich dürfen Sie die anlässlich von Krankheit entstandenen Fahrtkosten berücksichtigen.

Steuertipp
Sind Sie unsicher, ob bestimmte Kosten abziehbar sind? Dann sollten Sie die Kosten dennoch ansetzen und abwarten, ob der Finanzbeamte sie akzeptiert. Nur falls er die Kosten auch im Einspruchsverfahren ablehnt, müssen Sie entscheiden, ob sich das Risiko einer Klage lohnt.

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