Ist eine künstliche Befruchtung absetzbar?

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Will sich auf natürlichem Wege kein Nachwuchs einstellen, dürfen Ehepaare die Kosten einer künstlichen Befruchtung als Krankheitskosten bei den außergewöhnlichen Belastungen absetzen. Und wenn das Paar unverheiratet ist? 
Die Gerichte sind sich da nicht einig:

  • Das Finanzgericht Münster lehnt den Abzug der Kosten ab, weil das Kinderkriegen nur in der Ehe unter dem Schutz des Grundgesetzes steht (FG Münster vom 17.4.2003, DStRE2003 S. 1041; Az. der Revision III R 30/03).
  • Das Finanzgericht Berlin rechnet den Kinderwunsch zu den Grundrechten der freien Persönlichkeitsentfaltung und erkennt die Kosten auch bei einem nicht verheirateten Paar an (FG Berlin vom 30.9.2003, EFG2004 S. 199; Az. der Revision III R 68/03).

In beiden Fällen bleibt abzuwarten, wie der Bundesfinanzhof über die Revisionen entscheiden wird.

Unser Steuertipp:

Zählen Sie zu den unverheirateten Paaren, die beim Thema »Nachwuchs« auf medizinische Hilfe angewiesen sind, und verweigert Ihnen der Finanzbeamte den Abzug der Kosten? Dann legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie mit Hinweis auf eine der beiden Revisionen das Ruhen des Verfahrens.

 

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