Fettabsaugen keine außergewöhnliche Belastung

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Eine Liposuktion ohne vorher eingeholtes amtsärztliches Attest ist nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar.

Das entschied das FG Schleswig-Holstein im Fall eines Klägers, der die Berücksichtigung von Aufwendungen für die Beseitigung von Lipödemen (Fettabsaugung an den Beinen) in Höhe von 5.500 € als Krankheitskosten bei den außergewöhnlichen Belastungen gem. § 33 EStG begehrt hatte. Ein amtsärztliches Zeugnis oder ein Zeugnis des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse war allerdings weder vor den Operationen noch danach eingeholt worden. Aus einem fachärztlichen Gutachten ergab sich die Diagnose schmerzhaftes Lipödem der Beine Stad. II (Mb. Derkum).

Die Finanzrichter erklärten, die Anerkennung der Kosten sie ausgeschlossen, weil die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme nicht durch ein zuvor erstelltes amtsärztliches Attest oder ein Zeugnis des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse nachgewiesen wurde. Das sei aber gem. § 64 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f EStDV i. d. F. des StVereinfG 2011 erforderlich, denn es handele sich bei der Liposuktion um eine wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethode. In diesem Sinne hätten bereits das OVG Lüneburg (Urteil vom 22.1.2013, Az. 5 LB 50/11) und auch das BSG (Urteil vom 16.12.2008, Az. B 1 KR 11/08 R) erkannt (Schleswig-Holsteinisches FG vom 1.10.2014, 2 K 272/12 ; Az. der Revision VI R 68/14).

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