Behinderungsbedingte Aufwendungen für ein Kind: Inwieweit ist das Kindesvermögen einzusetzen?

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Haben Sie ein behindertes Kind für dessen behinderungsbedingte Kosten Sie aufzukommen haben? Dann können diese Kosten für Sie als besonderer Unterhalt zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art zählen. Die allerdings dürfen Sie nur geltend machen, soweit der Empfänger bedürftig ist.

Als Eltern werden Sie Ihr behindertes Kind finanziell möglichst gut ausstatten wollen - für den Fall, dass Sie es nicht mehr versorgen können. Da stößt es bitter auf, wenn Ihnen das Finanzamt den Abzug der behinderungsbedingten Aufwendungen verweigert, mit dem Hinweis, Ihr Kind sei nicht bedürftig. Es müsse erst sein Vermögen für den eigenen Unterhalt aufwenden.

Bei dieser Frage hat der BFH jetzt ein elternfreundliches Urteil gefällt:

Einem behinderten Kind ist es nicht zuzumuten, sein zur Altersvorsorge aufgebautes Vermögen vorrangig für seinen behinderungsbedingten Unterhalt einzusetzen. Das gilt zumindest soweit das Vermögen "maßvoll" ist (BFH, Urteil vom 11.2.2010, Az. VI R 61/08).

Wann ein Vermögen "maßvoll" ist, hängt vom Einzelfall ab, also von der Größe des Vermögens, von der Höhe des behinderungsbedingten Bedarfs usw. Klare Spielregeln gibt es hier leider nicht. Sie müssen sich also trotz des erfreulichen Urteils auf Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt gefasst machen.

Richtschnur dürfte die Frage sein, wie lange das Kind seinen normalen und seinen behinderungsbedingten Unterhalt aus seinem laufenden Einkommen und durch den Verbrauch seines Vermögens decken kann. übersteigt die Lebenserwartung des Kindes diese Zeit oder entspricht sie ihr, dann dürfte es sich um ein "maßvolles" Vermögen handeln.

Steuertipp
Verweigert Ihnen der Finanzbeamte den Abzug der von Ihnen getragenen behinderungsbedingten Kosten Ihres Kindes, weil Ihr Kind Vermögen hat? Dann legen Sie bitte Einspruch ein und verweisen auf das BFH-Urteil VI R 61/08. Rechnen Sie dem Beamten vor, wie lange Ihr Kind damit seinen Unterhalt decken kann.

Behinderungsbedingte Kosten für Ihr Kind dürfen Sie nur dann als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, wenn Sie den Behinderten-Pauschbetrag Ihres Kindes auf sich übertragen lassen haben.

Exklusiv für unsere Kunden: Laden Sie sich hier den vorformulierten Einspruch herunter!

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