Badekur ohne ärztliche Überwachung führt nicht zu außergewöhnlichen Belastungen

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Kosten für eine Badekur, bei der keine laufende ärztliche Überwachung stattfindet, sind keine außergewöhnlichen Belastungen, die steuerlich geltend gemacht werden können. Dies hat das FG Münster entschieden.

Der Kläger unternahm gemeinsam mit seiner Ehefrau eine Reise in einen Kurort und machte in seiner Steuererklärung Aufwendungen der Ehefrau für Kuranwendungen (Thermalbäder, Wassergymnastik, Rückenschule), Unterkunft und Verpflegung als außergewöhnliche Belastungen geltend. Während des Aufenthalts hatte die Ehefrau zwei Mal einen Kurarzt aufgesucht, der ihr die Anwendungen empfohlen hatte. Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an.

Das FG erkannte die Kosten ebenfalls nicht als außergewöhnliche Belastungen an. Die Richter argumentierten, es habe sich um eine Erholungsreise gehandelt, und die Anwendungen hätten nicht der Linderung konkreter Krankheiten gedient, sondern lediglich der Gesundheitsvorsorge und der Steigerung des Wohlbefindens.

Zum Nachweis der Zwangsläufigkeit der Aufwendungen sei zwar nach der neueren Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 2.9.2010, Az. VI R 11/09) kein vorheriges amtsärztliches Attest mehr erforderlich. Jedoch liege eine anzuerkennende Kurreise nur dann vor, wenn eine laufende ärztliche Überwachung des Patienten am Kurort erfolge. Eine bloße ärztliche Beratung ohne schriftlichen Kurplan genüge dafür nicht (FG Münster, Urteil vom 6.9.2011, Az. 1 K 2809/08 E).

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