Amtsärztliches Attest: Hat es wirklich ausgedient?

 - 

Das hört sich gut an: Der BFH besteht auch bei wissenschaftlich umstrittenen Behandlungsmethoden nicht mehr auf einem vorab ausgestellten amtsärztlichen Attest. Wenn Sie sich jedoch auf diese Aussage verlassen, dann riskieren Sie, dass die Krankheitskosten nicht als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden!

Der Hintergrund: Treffen Sie und der Finanzbeamte sich vor Gericht, weil der Beamte die Kosten nicht anerkennt, dann ist der Richter zur Sachaufklärung verpflichtet. Er wird also ggf. einen Gutachter fragen, ob die Behandlung dazu gedient hat, eine Krankheit zu heilen oder deren Folgen erträglicher zu machen. Nur dann liegen abzugsfähige Krankheitskosten vor.

Aber: Im Nachhinein wird der Gutachter oft nicht mehr feststellen können, wie Ihr Gesundheitszustand vor der Behandlung gewesen ist und ob zu diesem Zeitpunkt die Maßnahme aus medizinischer Sicht notwendig war oder ob sie nur Ihrem allgemeinen Wohlbefinden gedient hat. Und schon ist die Falle zugeschnappt: Die Kosten werden nicht berücksichtigt und die Gerichtskosten nebst Gutachter dürfen Sie auch noch bezahlen! Es liegt nämlich in Ihrer Verantwortung, die notwendigen Nachweise vorzulegen.

Steuertipp
Besorgen Sie sich im Zweifel auch in Zukunft ein amtsärztliches Attest – und zwar vor der Behandlung. Nur so können Sie Ihr Risiko minimieren.

Weitere News zum Thema

  • Lipödem: Operation nicht absetzbar

    [] Die Kosten einer Operation zur Beseitigung einer Fettverteilungsstörung waren auch im Jahr 2013 nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzbar. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden. mehr

  • Heimkosten der Eltern steuerlich geltend machen

    [] Die Unterbringung in einem Altersheim oder Pflegeheim ist eine teure Angelegenheit. In bestimmten Fällen können Sie die Heimkosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art absetzen – auch dann, wenn Sie als Kind die Heimkosten für Ihre Eltern tragen! mehr

  • Demenzkranker Ehepartner im Heim: Zusammenveranlagung möglich

    [] Leben Ehepartner das ganze Jahr über dauernd getrennt, können sie nicht mehr nach dem Splittingtarif besteuert werden. Das FG Niedersachsen hat entschieden, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist, wenn einer der Ehepartner wegen Demenz im Pflegeheim lebt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.