Osteoporose: Kasse zahlt Messung der Knochendichte

 - 

Viele Senioren, vor allem ältere Frauen, sind von Osteoporose (Knochenschwund) betroffen. Das lässt sich mit einer Knochendichtemessung feststellen, die meist als Selbstzahlerleistung abkassiert wird. Die Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung könnte unter Umständen Abhilfe schaffen.

Bei Osteoporose handelt es sich um eine Skeletterkrankung, bei der die Knochen ihre Festigkeit verlieren und deswegen leichter brechen. Das Risiko für Frauen, an Osteoporose zu erkranken, ist etwa doppelt so hoch wie bei Männern, was u.a. mit einem verringerten Hormonspiegel an Östrogen nach den Wechseljahren zusammenhängt.

Ob Osteoporose besteht, lässt sich mit einer Knochendichtemessung feststellen. Hier handelt es sich – wenn die Messung ohne besonderen Anlass rein vorsorglich vorgenommen wird – um eine Selbstzahlerleistung (IgeL-Leistung), für die meist 35,– € bis 45,– € verlangt werden.

Anders liegt die Sache, wenn sich jemand bereits ohne offensichtlichen Grund Wirbelkörper oder andere Knochen gebrochen hat (häufig: Rippenbruch aus geringfügigem Anlass) und der behandelnde Arzt weitere Anzeichen für Osteoporose feststellt. Dann ist die Knochendichtemessung eine Kassenleistung, die der Hausarzt verschreiben kann.

Allerdings ist es häufig nicht leicht, einen Arzt bzw. ein Diagnosezentrum zu finden, das die Leistung auf Kassenabrechnung übernimmt. "Bei uns können sie die Knochendichtemessung nur als Selbstzahlerleistung erhalten", lautet meist die Auskunft.

Erfolg verspricht in diesem Fall eine E-Mail an die Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung. Nach wenigen Tagen erhalten Patienten eine Liste mit Institutionen in der Nähe, die die Knochendichtemessung als Kassenleistung erbringen.

Alle kassenärztlichen Vereinigungen bieten über eine Patientenhotline, einen Patienteninformationsdienst oder unter einer ähnlichen Bezeichnung einen entsprechenden Service an. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, entsprechende Anfragen per E-Mail zu stellen.

Weitere News zum Thema
  • [] Rund 30.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall, der durch eine verengte Halsschlagader verursacht wird. Wären die Adern rechtzeitig vorher per Ultraschall untersucht worden, hätte der Schlaganfall unter Umständen verhindert werden können. Wichtig zu wissen: In Risikofällen ist die Ultraschalluntersuchung eine Kassenleistung. mehr

  • [] Gut 400.000 Senioren beziehen zwar eine gesetzliche Rente, sie profitieren aber nicht von der günstigen Krankenversicherung der Rentner, sondern sind freiwillig gesetzlich krankenversichert. In vielen Fällen kann sich für sie oder ihre Angehörigen ein Blick auf die im August 2017 eingeführte Kinderregelung lohnen. mehr

  • [] Der dritte Senat des Bundessozialgerichts (BSG) entschied am 26.3.2020: Wenn der behandelnde Arzt kurzfristig Untersuchungstermine verschiebt und dadurch die weitere Arbeitsunfähigkeit verspätet festgestellt wird, darf das nicht zulasten der Versicherten gehen. mehr

  • [] In einer Verhandlung beim Sozialgericht Mannheim ging es – wieder einmal – um die Frage: Welcher Leistungsträger ist nun zuständig? Zur Auswahl standen hier: die gesetzliche Krankenkasse und das Sozialamt. Sachlich ging es um einen Sportrollstuhl für einen Querschnittsgelähmten. Das Sozialgericht befand: Klar, ein solcher Rollstuhl steht dem Betroffenen zu. Zahlen muss dafür allerdings nicht die Krankenkasse, sondern das Sozialamt (Az. S 9 SO 1824/19). mehr

  • [] Ein junger Erwachsener, der wegen schwerer geistiger Behinderung an Orientierungslosigkeit und Weglauftendenz leidet, hat gerichtlich gegen seine Krankenkasse einen Anspruch auf Versorgung mit einer GPS-gesteuerten Uhr als Hilfsmittel nach § 33 Abs. 1 SGB V durchgesetzt. Ein positives Urteil des Bundessozialgerichts (BSG), das Behinderte und Demenzkranke, aber vor allem auch ihre Angehörigen freuen wird (Az. B 3 KR 15/19 R). mehr

Weitere News zum Thema