Krankenkasse zahlt Check für Bauchschlagader

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Seit Anfang 2018 können Männer ab 65, die gesetzlich krankenversichert sind, einmalig ein Ultraschall-Screening ihrer Bauchschlagader wahrnehmen.

So sollen riskante Ausbuchtungen der Bauchaorta (Aneurysmen) frühzeitig erkannt werden.

Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie schätzt, dass in Deutschland etwa 200.000 Menschen an einer riskanten Ausbuchtung der Bauchschlagader leiden. Reißt sie, kommt für vier von fünf Patienten jede Hilfe zu spät.

Deshalb übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1.1.2018 für Männer ab 65 Jahren die Kosten einer Ultraschall-Untersuchung der Bauchaorta. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) – das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen – schon am 20.10.2016 beschlossen und eine entsprechende Richtlinie wurde am 17.2.2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Genutzt werden kann diese Früherkennungsuntersuchung jedoch erst seit Anfang 2018, weil nun erst geklärt ist, wie die Ärzte diese Untersuchung abrechnen können.

Die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta ist einmalig möglich. Sie ist freiwillig und kostenlos. Durchführen können sie unter anderem Hausärzte und Allgemeinmediziner, die ein Ultraschallgerät besitzen.

Das Screening hat – ähnlich wie andere Vorsorgeuntersuchungen – Vor- und Nachteile: Aufgrund der Untersuchungsergebnisse, die der G-BA ausgewertet hat, schätzt dieser, dass durch das Screening etwa drei von 1.000 Teilnehmern vor einem Tod durch Aneurysma bewahrt werden.

Andererseits wäre ein großer Teil der Aneurysmen, die bei der Untersuchung gefunden werden, ohne Früherkennung niemals aufgefallen – und hätte den Untersuchten niemals Probleme bereitet. Da sie durch die Untersuchung nun jedoch über die potenzielle Gefahr Bescheid wissen, leben sie fortan unter Umständen in dem Bewusstsein, dass ihr Leben gefährdet ist.

Weitere Informationen für Versicherte zur Krankheit und der neuen Früherkennungsuntersuchung finden sich auf der Internetseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

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