Gürtelrose-Impfung: Neuer Anspruch in der GKV

 - 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut empfiehlt seit Dezember letzten Jahres zumindest für alle Personen ab 60 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 7.3.2019 beschlossen, dass die Impfung künftig zur Kassenleistung wird.

Gürtelrose (medizinisch: Herpes zoster) ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich durch einen schmerzhaften, streifenförmigen Hautausschlag mit Blasen auf einer Körperseite in Erscheinung tritt. Vor allem Personen ab 50 Jahren sind hiervon betroffen. Häufig treten nach der Akutphase der Erkrankung längere Zeit oder dauerhaft postherpetische Neuralgien (PHN), auch als Post-Zoster-Neuralgie (PZN) bezeichnet, auf. Diese können schlimmstenfalls lebenslang fortbestehen und zum Teil zu unerträglichen Schmerzen führen.

Für Menschen ab 60 Jahren soll die Gürtelrose-Schutzimpfung mit dem Totimpfstoff "Shingrix" deshalb zur Standardimpfung werden. Menschen mit einer schweren Grundkrankheit oder Immunschwäche sollen schon ab einem Alter von 50 Jahren auf Kassenkosten einer Gürtelrose vorbeugen können (Indikationsimpfung). Zu diesen Grunderkrankungen gehören beispielsweise chronisch entzündliche Darmerkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen oder Asthma bronchiale, chronische Niereninsuffizienz sowie Diabetes mellitus.

Nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) erkranken in Deutschland jährlich deutlich mehr als 300.000 Personen an Herpes zoster. Etwa 5 % von ihnen entwickeln als Komplikation die postherpetische Neuralgie. Die Impfung übernimmt der Hausarzt. Aktuell sollte jeder Versicherte bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob die Impfkosten schon übernommen werden.

(MS)

Weitere News zum Thema

  • Krankengeld: Wie wird die Wochenfrist berechnet?

    [] Wenn Sie längere Zeit krank sind und Ihre Folge-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Folge-AU) zu spät einreichen, gibt es kein Krankengeld mehr. Wie wird die Frist für die Vorlage der Folge-AU berechnet? Damit hat sich das Sozialgericht Düsseldorf beschäftigt. mehr

  • Hausarztbesuche: Muss der Arzt nach Hause kommen?

    [] Rund 25 Millionen Hausbesuche haben bundesdeutsche Ärzte im letzten Jahr bei ihren Patienten gemacht, 2009 gab es mit 30,3 Millionen noch deutlich mehr Hausbesuche. Das zeigt die Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Haben Patienten ein Recht darauf, dass der Arzt zu ihnen nach Hause kommt? mehr

  • Zahnbehandlung im Ausland: Vorher die Kasse fragen

    [] Bei aufwendigen Zahnbehandlungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur einen Teil der Kosten. Daher entscheiden sich manche Versicherte, die Behandlung im Ausland durchführen zu lassen. Ein Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 14.5.2019 macht klar: Eine solche Behandlung sollte man niemals ohne Genehmigung seiner Krankenversicherung durchführen lassen, denn sonst bleibt man auf den vollen Kosten der Auslandsbehandlung sitzen (Az. L 4 KR 169/17). mehr

  • BGH: Sterbebegleitung ist kein Tötungsdelikt

    [] Ein körperlich kranker Mensch begeht Suizid. Ein Arzt begleitet ihn beim Sterben und verzichtet auf lebensrettende Maßnahmen. Das ist nicht strafbar, befand der BGH am 3.7.2019. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.