Studenten mit 450-Job (Minijob)

Vorsicht bei BAföG-Bezug, Möglichkeiten der Besteuerung, wann die Versteuerung über Lohnsteuerkarte finanzielle Vorteile bringt, Zusammenhang mit Unterhalt und Krankenkasse, warum Deine Eltern dieses Kapitel lesen sollten, kostenlose Software für Deine Steuererklärung

Ein 450 €-Job (auch Minijob genannt oder offiziell: geringfügig entlohnte Beschäftigung) ist eine interessante Möglichkeit, sich etwas dazuzuverdienen, ohne davon Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen.

Wie der Name schon sagt, darf der Arbeitslohn regelmäßig nur maximal 450 € pro Monat betragen. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze spielen dagegen keine Rolle – eigentlich. Denn auch für Minijobs gilt seit dem 1.1.2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Bei einem Stundenlohn von 8,50 € ergibt sich demnach rechnerisch eine maximale Arbeitszeit von 52,9 Stunden im Monat, damit die Verdienstgrenze von 450 € im Monat nicht überschritten wird.

Vorsicht bei BAföG-Bezug

wie viel Hinzuverdienst erlaubt ist

Wenn Du BAföG bekommst, erkundige Dich bitte, viel Du in Deinem Fall anrechnungsfrei dazuverdienen darfst! Wird die maßgebende Verdienstgrenze nämlich überschritten, mindert der übersteigende Betrag die BAföG-Leistung.

Grundsätzlich sind derzeit in einem Jahr bis zu 4.880 € Bruttoverdienst erlaubt, das entspricht 406,66 € pro Monat. Für verheiratete Studenten und Studenten mit Kind gelten etwas höhere Freibeträge. Maßgebender Zeitraum ist der Bewilligungszeitraum, der mit dem Monat der Antragstellung beginnt und in der Regel zwölf Monate dauert. Auf Antrag kann noch ein höheres Einkommen anrechnungsfrei bleiben, wenn Du z. B. Semestergebühren zahlen musst.

Ab dem 1. August bzw. 1.10.2016 wird die Hinzuverdienstgrenze erhöht auf 5.400 € im Jahr, also 450 € im Monat.

So zahlst Du bei einem 450-Euro-Job Steuern

verschiedene Möglichkeiten der pauschalen Versteuerung, Minijob und Lohnsteuerkarte

Auch der Lohn aus einem 450 €-Job muss versteuert werden – nur merkt man das als Mini-Jobber normalerweise gar nicht. Denn der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale für Dich an den Staat. Es geht aber auch anders. Insgesamt gibt es drei Möglichkeiten, wie der Lohn aus einem 450-Euro-Job versteuert werden kann:

Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber mit 2 %

Das ist der Normalfall und für alle Beteiligten besonders günstig: Der Arbeitgeber zahlt eine einheitliche Pauschsteuer von 2 % des Arbeitslohns. Damit ist die Steuer abgegolten und das Thema erledigt. Der Arbeitslohn aus dem 450 €-Job bleibt dann für Dich komplett steuerfrei.

In Deiner Steuererklärung taucht der 450-Euro-Job also gar nicht auf. Das heißt, wenn Du nur diesen Job hast, brauchst Du eigentlich keine Steuererklärung abzugeben.

Aber halt: Du willst ja mit den Kosten für Dein Studium in den kommenden Jahren Steuern sparen – erinnerst Du Dich an die Verlustfeststellung und den Verlustvortrag...? Falls nicht: → Hier kannst Du den Bereich noch einmal nachlesen.

Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber mit 20 %

Zahlt der Arbeitgeber für Deinen Minijob ausnahmsweise keinen Pauschalbeitrag an die Rentenversicherung, weil zum Beispiel wegen der Zusammenrechnung mit anderen Beschäftigungsverhältnissen normale Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind, darf er den Arbeitslohn aus dem 450-Euro-Job nicht (wie eben erklärt) mit 2 % pauschal versteuern. Es besteht aber die Möglichkeit einer Pauschalversteuerung mit 20 %.

Da das eher die Ausnahme ist, gehen wir hier nicht näher darauf ein, so viel sei aber gesagt:

Für Dich als Arbeitnehmer hat die Pauschalversteuerung mit 20 % die gleichen Konsequenzen wie die Pauschalversteuerung mit 2 %: Der Arbeitslohn bleibt für Dich steuerfrei, in Deiner Steuererklärung taucht der 450-Euro-Job nicht auf. Das heißt, wenn Du nur diesen Job hast, brauchst Du eigentlich keine Steuererklärung abzugeben.

Aber halt: Du willst ja mit den Kosten für Dein Studium in den kommenden Jahren Steuern sparen – erinnerst Du Dich an die Verlustfeststellung und den Verlustvortrag...? Falls nicht: → Hier kannst Du den Bereich noch einmal nachlesen. Falls ja: spring einfach gleich → hier hin

Normale Versteuerung über die elektronische Lohnsteuerkarte

Wird der Arbeitslohn aus einem 450-Euro-Job weder mit 2 % noch mit 20 % pauschal versteuert, muss der Arbeitgeber ihn ganz normal über die elektronische Lohnsteuerkarte versteuern. Er behält dann die Lohnsteuer ein und führt sie an das Finanzamt ab. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt dabei wesentlich von Deiner Steuerklasse ab, außerdem ist Kirchensteuer fällig, falls Du Kirchenmitglied bist. Wegen der geringen Höhe der Lohnsteuer wird jedoch (unabhängig von Deiner Steuerklasse) kein Solidaritätszuschlag erhoben.

Wenn Du keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung hast, aber mehrere Minijobs, dann wird trotzdem für einen 450-Euro-Job Lohnsteuer nach Steuerklasse VI einbehalten. Und das, obwohl häufig letztlich gar keine Lohnsteuer anfällt! Die zu viel bezahlte Steuer bekommst Du nach Ablauf des Jahres zurück, wenn Du eine Steuererklärung abgibst.

Endgültig abgerechnet wird in der Steuererklärung

Dein 450-Euro-Job über elektronische Lohnsteuerkarte versteuert, zählt der Verdienst daraus zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit und muss deshalb in der Anlage N Deiner Steuererklärung angegeben werden.

Kosten, die Dir im Zusammenhang mit dem Minijob entstanden sind, machst Du in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend. Das können zum Beispiel Fahrtkosten sein oder die Kosten für Arbeitskleidung. Wenn Du nur geringe Kosten hattest, bekommst Du auf jeden Fall den Werbungskosten-Pauschbetrag (wird auch Arbeitnehmer-Pauschbetrag genannt) von zurzeit 1.000 €. Höhere Kosten musst Du mit Quittungen nachweisen.

Manchmal kann die Versteuerung nach Lohnsteuerkarte günstiger sein!

Minijob und Lohnsteuerkarte, das sollten auch Deine Eltern wissen

Die folgenden Erklärungen sind nicht nur für Dich, sondern vor allem auch für Deine Eltern interessant.

Die Versteuerung über elektronische Lohnsteuerkarte kann ausnahmsweise günstiger sein, wenn Angehörige (z. B. die Eltern) Unterhaltszahlungen an den Minijobber (z. B. Dich) als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Denn der maximal abzugsfähige Unterhalts-Höchstbetrag wird gekürzt, soweit der Minijobber eigene Einkünfte und Bezüge von mehr als 624 € im Jahr bzw. 52 € im Monat hat. Einkünfte und Bezüge sind für das Finanzamt zwei verschiedene Sachen – die Unterscheidung ist für Deine Eltern wichtig, und Du selbst solltest sie auch mal gelesen haben:

Ein weiterer Punkt, der Dich und Deine Eltern betrifft, hängt mit der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen: Wenn Du einen Minijob hast und in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei bei Deinen Eltern mitversichert ist, kann eine Versteuerung des Arbeitslohns über elektronische Lohnsteuerkarte günstiger sein: In der gesetzlichen Familienversicherung beträgt das zulässige Gesamteinkommen für Minijobber 450 € monatlich. Wird daneben noch weiteres anrechenbares Einkommen (z. B. Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung) bezogen, kann von Vorteil sein, dass bei normal versteuertem Arbeitslohn der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 € oder höhere Werbungskosten Dein Gesamteinkommen mindern. Bei pauschal versteuertem Arbeitslohn dagegen können Werbungskosten nicht abgezogen werden.

Rechnen – und dann mit dem Arbeitgeber sprechen

Falls für Dich die normale Versteuerung mit elektronischer Lohnsteuerkarte ausnahmsweise günstiger ist als die verbreitete Pauschalversteuerung, solltest Du Deinen Arbeitgeber bitten, dies nachträglich zu ändern. Das ist möglich! Der Arbeitgeber kann für das gesamte abgelaufene Jahr nachträglich von der Pauschal- zur Normalversteuerung wechseln. Das ist noch so lange möglich, bis er für das betreffende Jahr die Lohnsteuerbescheinigung übermittelt hat.

Nicht erlaubt aber ist es aber, während des Jahres zu wechseln, um die Vorteile beider Besteuerungsarten auszunutzen.

Die Steuererklärung lohnt sich für jeden!

Für Studenten haben wir → hier eine kostenlose Sonder-Ausgabe unserer Steuererklärungs-Software zusammengestellt – darin findest Du genau die Formulare, die Du abgeben musst. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz einfach und übersichtlich am Bildschirm auszufüllen.

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