Steuerlexikon: Fachbegriffe einfach erklärt

In Büchern, auf Formularen und nicht zuletzt im Steuerbescheid begegnen Dir eine Menge Fachbegriffe. Hier erklären wir Dir die wichtigsten.

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Anhängiges Verfahren

Anhängig ist ein Verfahren, in dem Klage erhoben worden, aber noch kein Urteil ergangen ist.

Ist ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig, kannst Du Dich in Deinem Einspruch gegen einen Steuerbescheid auf dieses Verfahren berufen. Das Finanzamt bearbeitet Deinen Steuerbescheid in diesem Punkt nicht, sondern lässt den Einspruch ruhen, bis der Bundesfinanzhof entschieden hat (Verfahrensruhe oder Ruhen des Verfahrens).

Ist ein Verfahren nur vor einem Finanzgericht anhängig, kannst Du Dich in einem Einspruch zwar auch auf dieses Verfahren berufen, hast aber keinen Anspruch auf Ruhen des Verfahrens.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Grundsätzlich können Werbungskosten pauschal mit dem Pauschbetrag oder per Einzelnachweis der Kosten berücksichtigt werden.

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (auch: Werbungskosten-Pauschbetrag), der von den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit zum Abzug gebracht werden kann, beträgt zurzeit 1.000,00 €. Es handelt sich um einen Jahresbetrag, der immer in voller Höhe zum Ansatz kommen kann, wenn im Jahr Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit erzielt wurden. Das gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige nur für wenige Tage im Jahr berufstätig war.

Es sollte immer geprüft werden, ob bei einem Einzelnachweis der Werbungskosten der Pauschbetrag überschritten wird. Ist dies der Fall, sollten Werbungskosten im Einzelnen per Beleg nachgewiesen werden.

Aufhebung und Änderung von Steuerbescheiden

Ein Steuerbescheid kann aufgehoben oder geändert werden, wenn er unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht oder wenn er vorläufig ergangen ist. Die Änderung bzw. Aufhebung ist bis zum Ablauf der Festsetzungsverjährung möglich.

Auch bei einer offenbaren Unrichtigkeit können Steuerbescheide innerhalb der Festsetzungsverjährung geändert werden. Zu den offenbaren Unrichtigkeiten gehören Schreib- oder Rechenfehler.

Liegen die vorgenannten Fälle nicht vor, kann der Steuerpflichtige innerhalb der Einspruchsfrist (ein Monat) den Steuerbescheid anfechten. Hierbei kann eine Änderung des Bescheids zu Gunsten (aber auch zu Ungunsten!) des Steuerpflichtigen erfolgen.

Ausbildungsfreibetrag

Entstehen einem Steuerpflichtigen Kosten für die Ausbildung eines Kindes, kann ein Ausbildungsfreibetrag von 924,00 € im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.

Die eigenen Einkünfte des volljährigen Kindes sind nicht relevant für die Gewährung des Ausbildungsfreibetrages.

Anmerkung: BAföG-Leistungen, die als Darlehen gewährt werden, führen nicht zur Kürzung des Ausbildungsfreibetrags.

Werden Ehepartner einzeln zur Einkommensteuer veranlagt oder leben Eltern in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammen, kann der Ausbildungsfreibetrag auf die Eltern jeweils zur Hälfte aufgeteilt werden

Außergewöhnliche Belastung

Normalerweise bleiben private Ausgaben steuerlich unberücksichtigt. Besondere Situationen können aber zu außergewöhnlichen Belastungen führen, und die darfst Du dann doch steuermindernd berücksichtigen. Es müssen jedoch strenge Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Gesetzgeber unterscheidet:

Von der Summe Deiner gesamten außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art, die Du in Deiner Einkommensteuererklärung geltend machst, zieht das Finanzamt automatisch die sogenannte → zumutbare Belastung ab. In Höhe dieses Betrags musst Du Deine außergewöhnlichen Belastungen alleine tragen.

Bundesfinanzhof (BFH)

Der Bundesfinanzhof mit Sitz in München ist das höchste Gericht (Bundesgericht) in Steuersachen.

Seine Senate urteilen über Revisionsentscheidungen in einer Besetzung von fünf Richtern. In einer Besetzung von drei Richtern werden Beschlüsse gefasst.

Der Große Senat besteht aus dem Präsidenten und sechs Richtern, zudem wird von den jeweils beteiligten Senaten je ein Richter entsandt. Der Große Senat wird einberufen, wenn die einzelnen Senate abweichende Urteile erlassen haben, die Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung sind und wenn das Urteil des Großen Senats zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und zur Fortbildung des Rechts notwendig ist.

Für die erstinstanzliche Rechtsprechung in Steuersachen sind die → Finanzgerichte der einzelnen Bundesländer zuständig. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden

Doppelte Haushaltsführung

Bei einer doppelten Haushaltsführung unterhält der Steuerpflichtige neben seiner Wohnung, in der er seinen Hausstand führt oder seine Familie lebt, aufgrund einer beruflichen Veranlassung eine zweite Wohnung am Arbeitsort.

Eine doppelte Haushaltsführung wird auch dann anerkannt, wenn der bisherige Haupthausstand vom Beschäftigungsort wegverlegt wird und der Steuerpflichtige an seinem Beschäftigungsort eine Zweitwohnung mietet oder seinen bisherigen Haupthausstand am Arbeitsort zu seiner Zweitwohnung macht.

Aufwendungen, die aufgrund der doppelten Haushaltsführung entstehen, können als Werbungskosten bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit geltend gemacht werden. Alternativ kann der Arbeitgeber den entstandenen Mehraufwand steuerfrei ersetzen.

Durchschnittssteuersatz

Aufgrund des → progressiven Steuertarifs wird – vereinfacht ausgedrückt – beinahe jeder verdiente Euro mit einem anderen Steuersatz belegt, vom Grundfreibetrag (steuerfrei) über den Eingangssteuersatz bis zum Spitzensteuersatz. Der Durchschnittssteuersatz oder persönliche Steuersatz gibt an, wie viel Prozent des Jahreseinkommens an das Finanzamt gezahlt werden müssen.

ELStAM

ELStAM steht als Abkürzung für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale. Diese Merkmale umfassen:

Zuständig für die Speicherung und Pflege dieser Daten sind die Finanzämter und das Bundeszentralamt für Steuern. Sie haben mit der Abschaffung der alten Lohnsteuerkarte aus Pappe und der Einführung elektronischer Übermittlungsverfahren die Meldeämter abgelöst. Die Abzugsmerkmale werden in einer zentralen Datenbank der Finanzverwaltung gespeichert und die Meldebehörden übermitteln bei ihnen vorliegende personenbezogene Datenbestände.

Ergeben sich Änderungen in der Person oder im Umfeld des Steuerpflichtigen, so kann entweder der Arbeitnehmer auf Antrag oder aber das Finanzamt von sich aus die Änderung vornehmen.

Entfernungspauschale

Mit der Entfernungspauschale (auch: Pendlerpauschale) werden Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und der täglichen Arbeitsstätte abgegolten. Die Entfernungspauschale gehört zu den Werbungskosten bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit. Sie beträgt 0,30 € je Entfernungskilometer.

Die Entfernungspauschale kann grundsätzlich unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel zum Ansatz kommen. So können auch Arbeitnehmer, die ihren täglichen Weg zur Arbeit per Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, die Entfernungspauschale als Werbungskosten ansetzen.

Die Entfernungspauschale ist auf die kürzeste Wegstrecke zu berechnen. Eine längere Strecke wird jedoch bei einer stichhaltigen Begründung berücksichtigt. So erkennt der Fiskus zum Beispiel eine längere Wegstrecke an, wenn sie verkehrsgünstiger liegt.

Erziehungsfreibetrag

Zusätzlich zum Kinderfreibetrag steht Eltern der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf zu, kurz Erziehungsfreibetrag.

Den Erziehungsfreibetrag gibt es nur für die Monate, in denen die Voraussetzungen erfüllt sind. Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind, das das 18. aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat und

nur berücksichtigt, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (450 €-Job) sind unschädlich.

Für jedes Kind gibt es die vollen Freibeträge für Kinder nur einmal. Grundsätzlich teilen sich die Eltern die Freibeträge. Verheiratete Eltern mit einem gemeinsamen Kind bekommen die vollen Freibeträge. Wählen die Eltern die getrennte Veranlagung, stehen Vater und Mutter jeweils die halben Freibeträge zu.

Der volle Erziehungsfreibetrag beträgt seit 2010 pro Jahr 2.640,00 €, pro Monat 220,00 € (halber Freibetrag: 1.320,00 € / 110,00 €).

eTIN

Nach Jahresende erhalten Arbeitnehmer vom Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerbescheinigung. Darüber hinaus übermittelt der Arbeitgeber elektronisch via Internet die Lohndaten an das Finanzamt. Damit dort die verschlüsselten Daten identifiziert werden können, bildet der Arbeitgeber aus den persönlichen Daten des Arbeitnehmers ein Identifizierungs- und Ordnungsmerkmal – die eTIN (electronic Taxpayer Identification Number).

Das Finanzamt verfügt damit bereits über die Lohndaten und kann diese für die Einkommensteuererklärung verwenden.

Den Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung brauchen Arbeitnehmer nicht ihrer Einkommensteuererklärung beizufügen. Sie tragen stattdessen ihre eTIN in ihrer Steuererklärung auf der Vorderseite der Anlage N ein.

ELSTER

ELSTER steht für elektronische Steuererklärung und bedeutet, dass die Steuererklärung über das Internet an das Finanzamt gesendet werden kann.

Festsetzungsfrist

Damit Steuerpflichtige sicher sein können, dass das Finanzamt einen alten Steuerbescheid nicht mehr korrigiert, gibt es Verjährungsfristen. Im Steuerrecht heißen sie Festsetzungsfristen.

Nach Ablauf der Festsetzungsfrist dürfen keine Steuererklärungen mehr abgegeben, keine Steuerbescheide mehr erlassen oder in irgendeiner Weise geändert werden. Das Finanzamt darf nicht mehr zum Nachteil der Steuerpflichtigen ändern, aber auch diese dürfen keine Steuervorteile mehr durchsetzen.

Die Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre. Ausnahme: Bei leichtfertiger Steuerverkürzung beträgt die Festsetzungsfrist fünf Jahre, bei Steuerhinterziehung zehn Jahre.

Für die meisten Steuerzahler beginnt die Festsetzungsfrist mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie die Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben haben – egal, ob sie verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben oder ob sie das freiwillig tun. Geben sie für ein Jahr keine Steuererklärung ab, obwohl sie dazu verpflichtet sind, beginnt die Festsetzungsfrist erst drei Jahre nach Ende dieses Kalenderjahrs.

Finanzgericht (FG)

Jedes Bundesland hat mindestens ein Finanzgericht. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem → Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden.

Ein Finanzgericht verfügt über einen Präsidenten, einen Vorsitzenden und weitere Richter. Die vom Finanzgericht gebildeten Senate treffen ihre Entscheidungen mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Richtern. Bei Beschlüssen und Vorbescheiden wirken die ehrenamtlichen Richter nicht mit.

Freibetrag / Lohnsteuerkarte

Wer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder Verluste aus einer anderen Einkunftsart hat, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst im Rahmen der Steuererklärung gibt es die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Durch die Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte bzw. in der ELSTAM-Datenbank kann vermieden werden, dass jeden Monat zu viel gezahlt wird.

Die Eintragung von Freibeträgen wird beim Finanzamt beantragt (man spricht dort vom Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung). Das Finanzamt teilt diese Daten dann dem Bundeszentralamt für Steuern mit, damit die Daten elektronisch erfasst (ELStAM-Datenbank) und von Arbeitgebern / Steuerberatern abgerufen werden können.

Freistellungsauftrag

Um Kapitalerträge von einer Besteuerung frei zu stellen, muss vom Anleger ein Freistellungsauftrag beim jeweiligen Kreditinstitut eingereicht werden. Freistellungsaufträge können gegenüber mehreren Kreditinstituten erteilt werden, dürfen jedoch in der Summe nicht den Sparerfreibetrag übersteigen.

Der Sparerfreibetrag (Sparerpauschbetrag) beträgt 801,00 €, bei zusammen veranlagten Ehepartnern bleiben 1.602,00 € steuerfrei.

Übersteigen die steuerpflichtigen Kapitalerträge (z. B. Zinserträge) den Freibetrag, muss das Kreditinstitut die Abgeltungsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen.

Grenzsteuersatz

Bei einem → progressiven Steuertarif wird – vereinfacht ausgedrückt – jeder zusätzlich verdiente Euro ein bisschen höher besteuert. Der Grenzsteuersatz gibt an, welcher Prozentsatz für den nächsthöheren Euro gilt.

Bis zum Erreichen des Grundfreibetrags beträgt der Grenzsteuersatz Null, vom Eingangssteuersatz bis zum Spitzensteuersatz steigt er kontinuierlich an.

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums. So wird ein zu versteuerndes Einkommen bis zum Grundfreibetrag keiner Einkommensteuer unterworfen. Überschreitet das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag, ist Einkommensteuer zu zahlen.

Jahr

Grundfreibetrag für Ledige

Grundfreibetrag für Verheiratete (bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommensteuer)

2016

8.652,00 €

17.304,00 €

2015

8.472,00 €

16.944,00 €

2014

8.354,00 €

16.708,00 €

Kalte Progression

Wenn das Gehalt steigt, steigt auch der Steuersatz. Und wenn der Staat dann mehr von einer Gehaltserhöhung hat als der Arbeitnehmer selbst, ist dieser Opfer der kalten Progression.

Aufgrund des → progressiven Steuertarifs steigt die Steuerbelastung prozentual schneller als das Gehalt. Bei einer dreiprozentigen Gehaltserhöhung zahlt man zum Beispiel vier oder sogar fünf Prozent mehr Steuern. Das Netto-Plus ist also in den meisten Fällen geringer als die Brutto-Erhöhung. Liegt es unterhalb der Brutto-Erhöhung, ist Ihr Reallohn sogar gesunken: Der Arbeitnehmer kann sich weniger leisten als zuvor.

Um diesen Effekt zu verhindern, müssten jedes Jahr der Grundfreibetrag und die Eckwerte des → progressiven Steuertarifs um die Inflationsrate angehoben werden.

Kilometerpauschale

Werden Fahrten bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit (z. B. Dienstreise) mit dem eigenen Fahrzeug durchgeführt, kann der Steuerpflichtige wählen:

Welche Kilometerpauschale zum Ansatz kommt, richtet sich nach dem verwendeten Fahrzeug.

Lohnsteuerklassen

Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmern Lohnsteuerklassen zugewiesen.

Ehepartner können zwischen verschieden Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen.

Mehraufwendungen für Verpflegung

Alle Kosten, die im Zusammenhang mit einer Auswärtstätigkeit entstehen, sind als Reisekosten im Rahmen der Werbungskosten abzugsfähig. Zu den Reisekosten zählen auch die Verpflegungskosten.

Für Verpflegung während einer Auswärtstätigkeit können generell nur Pauschbeträge geltend gemacht werden. Es ist nicht möglich, Verpflegungsausgaben einzeln nachzuweisen und dadurch höhere Beträge abzusetzen.

Maßgebend für die Höhe der Verpflegungspauschbeträge ist die Dauer der Abwesenheit am einzelnen Kalendertag – und zwar sowohl von der Wohnung als auch von der regelmäßigen Arbeitsstätte.

Bei einer Reise ins Ausland kommen besondere Verpflegungspauschalen zum Ansatz. Diese sind länderspezifisch und unterscheiden sich daher von Land zu Land.

Leiharbeiter, die kurzfristig an verschiedene Firmen verliehen werden, besitzen keine feste Arbeitsstätte und können daher den Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten geltend machen.

Verpflegungskosten für eine Begleitperson können ebenfalls geltend gemacht werden, wenn ein zwingender dienstlicher Grund für die Mitnahme einer Begleitperson glaubhaft gemacht werden kann. Dieser wäre zum Beispiel gegeben, wenn ein Fahrer oder eine Sekretärin notwendig sind.

Oberfinanzdirektion (OFD)

Die Oberfinanzdirektion untersteht dem Bundesfinanzministerium und dem Landesfinanzministerium und leitet die Finanzverwaltung für den Bund und für die Länder. Sie überwacht die Gesetzesanwendung und beaufsichtigt die ihr nachgeordneten Behörden. Hierzu gehören die Finanzämter und die staatlichen Hochbauämter.

Pendlerpauschale

→ Entfernungspauschale

Progressionsvorbehalt

Wer arbeitslos wird, längere Zeit krank ist oder sich in Elternzeit befindet, für den hören zwar die Gehaltszahlungen des Arbeitgebers (teilweise) auf. Es fließt aber trotzdem weiterhin Geld auf das Konto: Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld.

Diese Lohnersatzleistungen sind steuerfrei. Es kann jedoch sein, dass Du dann für Deine übrigen steuerpflichtigen Einkünfte mehr Steuern zahlen musst. Schuld daran ist der Progressionsvorbehalt und sein besonderer Steuersatz. Der Steuersatz ermittelt sich aus dem Tarif, der auf die Summe aus laufenden Einkünfte und Lohnersatzleistungen anzuwenden wäre. Mit diesem höheren Steuersatz werden anschließend die laufenden Einkünfte (ohne Lohnersatzleistungen) besteuert.

Auch ausländische Einkünfte, die von der inländischen Besteuerung aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens freigestellt sind, unterliegen dem Progressionsvorbehalt.

Progressiver Steuertarif

Bei der Einkommensteuer kommt ein progressiver Steuersatz (Tarif) zur Anwendung. Damit erhöht sich der Einkommensteuersatz mit steigendem Einkommen. Ein hohes Einkommen unterliegt also einem höheren Einkommensteuersatz als ein niedriges Einkommen. Mit dem progressiven Steuertarif soll die individuelle Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden.

Der Einkommensteuertarif hat 2016 die nachfolgende Struktur:

Sonderausgaben

Zu den Sonderausgaben zählen Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und die nicht als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Sonderausgaben mindern den Gesamtbetrag der Einkünfte und führen zu einer Verringerung der Steuerlast. Folgende Aufwendungen werden als Sonderausgaben anerkannt:

Wie Sonderausgaben abzuziehen sind der Verlustabzug sowie die Aufwendungen für Baudenkmäler und für bestimmte besonders schutzwürdige Kulturgüter.

Steuer-Identifikationsnummer

Die Einführung der Steuer-Identifikationsnummer (IdNr) hatte zum Ziel, das Besteuerungsverfahren zu vereinfachen und Bürokratie abzubauen. Außerdem gibt die Steuer-Identifikationsnummer der Finanzverwaltung erweiterte Kontroll- und Abgleichmöglichkeiten, die mit der früheren Praxis der Steuernummernvergabe in den Bundesländern nicht gewährleistet werden konnten.

Grundsätzlich wird die IdNr jeder in Deutschland gemeldeten natürlichen Person vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben. Ihre Gültigkeit währt ein Leben lang und ändert sich auch nicht bei Umzug oder Heirat. Die IdNr ist eine 11-stellige Nummer und enthält keine Informationen über den Steuerpflichtigen oder das zuständige Finanzamt.

Ihr Anwendungsbereich erstreckt sich auch auf die Quellenbesteuerung bei Kreditinstituten und den Abgleich mit Trägern der Sozialversicherung.

Was Du machen musst, wenn Du Deine Steuer-Identifikationsnummernicht mehr findest, erklären wir Dir in → diesem Beitrag.

Veranlagung

Nach Ablauf eines Kalenderjahres wird die Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt. Steuerpflichtig sind dann die Einkünfte des abgelaufenen Kalenderjahres.

Wurden keine Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit (Arbeitslohn) erzielt, ist ein unbeschränkt Steuerpflichtiger nur dann zur Abgabe der Steuerklärung verpflichtet, wenn er im Kalenderjahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt hat, die den Grundfreibetrag überschreiten. Eine Steuerklärung ist jedoch abzugeben, wenn im Vorjahr ein Verlust erzielt wurde.

Auch wenn Arbeitnehmer nicht zur Abgabe der Einkommensteuerklärung verpflichtet sind, sollten sie trotzdem eine Veranlagung durchführen lassen (Einkommensteuerklärung abgeben!), da fast immer mit einer Rückerstattung bereits gezahlter Lohnsteuer zu rechnen ist.

Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer in einer der in § 2 Abs. 1 Fünftes Vermögensbildungsgesetz (VermBG) genannten Anlageformen anlegt. Der Arbeitgeber hat dabei für den Arbeitnehmer grundsätzlich unmittelbar an das Unternehmen, das Institut oder den Gläubiger zu leisten, bei dem nach Wahl des Arbeitnehmers die vermögenswirksame Anlage erfolgen soll.

Für vermögenswirksame Leistungen beträgt der Anlagezeitraum sieben Jahre. Davon wird in den ersten sechs Jahren das Kapital angespart.

Die verschiedenen Anlageformen lassen sich in das Beteiligungssparen und das Bausparen untergliedern. Beim Beteiligungssparen kann in Kapitalbeteiligung – unter anderem am Unternehmen des Arbeitgebers – angespart werden oder in Aktienfonds. Beim Bausparen wird für den Erwerb von Immobilieneigentum angespart. Das Bausparen wird neben der Arbeitnehmer-Sparzulage auch mit der Wohnungsbauprämie gefördert.

Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu beantragen und erhalten, muss die Anlage VL der jährlichen Einkommensteuererklärung beigefügt werden.

Der Antrag muss jeweils spätestens vier Jahre nach Ablauf des Sparjahres gestellt werden, für 2016 also bis spätestens Ende 2020.

Verpflegungsmehraufwand

→ Mehraufwendungen für Verpflegung

Verpflegungsmehraufwand bei Auslandsreisen

Führt ein Dienstreise, Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit ins Ausland, können im Vergleich zu dem normalen Verpflegungsmehraufwand höhere Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten bei den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit geltend gemacht werden.

Die Höhe des absetzbaren Verpflegungsmehraufwandes in den einzelnen Ländern ändert sich zumeist jährlich. Die neuen Tabellen werden am Anfang eines Jahres durch das Bundesfinanzministerium heraus gegeben.

Vorsorgeaufwendungen

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören unter anderem:

Altersvorsorgeaufwendungen werden seit 1.1.2005 zunächst bis maximal 60 % von bis zu 20.000,00 € pro Jahr von der Steuer befreit. Schrittweise steigt dieser Anteil um jährlich 2 % bis 2025 auf 100 %.

Anhand einer Günstigerprüfung wird kontrolliert, dass Steuerpflichtige gegenüber dem alten Recht nicht schlechter gestellt sind. Wenn es zu einer Verschlechterung kommt, gilt altes Recht vor neuem Recht.

Andere Vorsorgeaufwendungen sind bis zu einem Höchstbetrag von 1.900,00 € absetzbar, falls ein steuerfreier Zuschuss zur Krankenversicherung gewährt wird oder ein Beihilfeanspruch im Krankheitsfall besteht. Der Höchstbetrag steigt auf 2.800,00 € bei Personen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge alleine aufbringen müssen. Bei zusammenveranlagten Ehegatten ergibt sich der gemeinsame Höchstbetrag aus der Summe der jedem Ehegatten zustehenden Höchstbeträge.

Das betrifft etwa Beiträge zu Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, zu Kranken- und Pflegeversicherungen, zu eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Risikolebensversicherungen sowie zu Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden.

Zumutbare Belastung

Die zumutbare Belastung wird von der Summe der → außergewöhnlichen Belastungen abgezogen. Nur diese dann noch verbleibenden außergewöhnlichen Belastungen werden steuermindernd berücksichtigt. Mit dem Abzug der zumutbaren Belastung soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden.

Höhe der zumutbaren Belastung

Höhe der Einkünfte (Gesamtbetrag)

bis 15.340,00 €

über 15.340,00 € bis 51.130,00 €

über 51.130,00 €

keine Kinder und Anwendung der Grundtabelle

5 %

6 %

7 %

keine Kinder und Anwendung der Splittingtabelle

4 %

5 %

6 %

ein oder zwei Kinder

2 %

3 %

4 %

drei oder mehr Kinder

1 %

1 %

2 %

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