Arbeits-Alltag

mit Auto, Fahrrad oder Straßenbahn zur Arbeit fahren, Unfall auf dem Weg zur Arbeit, Jobticket usw.

Die tägliche Fahrt zur Arbeit

Für jeden Kilometer, den Deine Arbeitsstelle von Deiner Wohnung entfernt liegt, bekommst Du vom Finanzamt die sogenannte Entfernungspauschale (manchmal wird sie auch Pendlerpauschale genannt). Das bedeutet: Für jeden Kilometer der einfachen Strecke (also nur den Hinweg) darfst Du einen bestimmten Betrag bei den Werbungskosten anlegen. So zahlt Dir der Staat einen Teil der Fahrtkosten.

Die Entfernungspauschale gibt es unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel Du zur Arbeit fährst, wie Du zur Arbeit kommst und ob Dir überhaupt Kosten entstehen. Die Entfernungspauschale gibt es also nicht nur für Autofahrer, sondern auch dann, wenn Du mit dem Motorrad, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommst.

In welcher Höhe Du Werbungskosten in Deiner Steuererklärung angeben kannst, hängt davon ab,

  • wie weit die regelmäßige Arbeitsstätte von Deiner Wohnung entfernt ist (also die einfache Wegstrecke, wobei die laut Routenplaner kürzeste Straßenverbindung gewählt werden muss!),

  • an wie vielen Tagen im Jahr Du an Deinen Arbeitsplatz fährst und

  • wie hoch die Entfernungspauschale ist. (Zurzeit beträgt sie 0,30 € je Entfernungskilometer.)

Keine Angst – Du müsst jetzt nicht den Kalender durchblättern und Arbeitstage zählen: Viele Finanzämter fordern keine umständlichen Berechnungen oder gar Nachweise, sondern akzeptieren in der Regel

Berechnung: Als Werbungskosten sind also absetzbar: ... Arbeitstage × ... Entfernungskilometer × 0,30 €/km

Berücksichtigt werden nur volle Entfernungskilometer. Das bedeutet: Angefangene Kilometer zählen nicht mit, Du musst immer auf volle Kilometer abrunden.

Du fährst mit dem Fahrrad 7 km an Deinen Arbeitsplatz und benutzt hierfür die Abkürzung durch den Wald. Mit dem Pkw würde die Fahrstrecke 11,6 km betragen. In der Steuererklärung darfst Du eine Entfernung von 11 km ansetzen.

Rechenweg bei 230 Arbeitstagen: 230 Tage × 11 km × 0,30 €/km = 759,00 € Werbungskosten!

Nutzung öffentlicher Verkehrsmitte

Eine Ausnahme von der Entfernungspauschale gilt, wenn Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährst: Dann kannst Du statt der Entfernungspauschale die höheren tatsächlichen Fahrtkosten (also die Kosten für die einzelnen Fahrscheine) ansetzen. In der Praxis ist das vor allem für Pendler im innerstädtischen Bereich vorteilhaft, da die Tickets für U-Bahn, Straßenbahn usw. verhältnismäßig teuer sind.

In der Steuererklärung trägst Du Deine Fahrtkosten dann in die Spalte Aufwendungen für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Seite 2 der Anlage N ein.

Jobticket

Auch wenn Du mit einem Jobticket zur Arbeit fährst, setzt Du entweder die Entfernungspauschale oder (wie eben schon beschrieben) die tatsächlichen Kosten an.

Die Tatsache, dass Du mit dem Jobticket den öffentlichen Nahverkehr zu einem Sonderpreis nutzen darfst, führt nicht dazu, dass Du die Entfernungspauschale bzw. Eure Werbungskosten kürzen musst.

Fahrgemeinschaften

Bei Fahrgemeinschaften kann jeder (Mit-)Fahrer selbst für seinen Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte die Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen. Denn wie bereits oben beschrieben: Die Entfernungspauschale gibt es unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel Du zur Arbeit fährst, wie Du zur Arbeit kommst und ob Dir überhaupt Kosten entstehen.

Das gilt auch für Ehepartner, die beide gemeinsam zur Arbeit fahren, selbst wenn sie beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind. Maßgebend für den einzelnen (Mit-)Fahrer ist immer die Entfernung von seiner Wohnung zu seiner Arbeitsstätte. Umwegstrecken zum Abholen der Mitfahrer werden für die Berechnung der Entfernungspauschale ignoriert.

Park & Ride

Auch bei Park & Ride, wenn Du also beispielsweise mit dem Auto zum Bahnhof und von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zur Arbeit fährst, ist für die Berechnung der Entfernungspauschale die kürzeste Straßenverbindung maßgeblich. Dabei gilt:

  • Die mit dem Pkw gefahrene Teilstrecke wird voll angesetzt und in die Spalte davon mit eigenem oder zur Nutzung überlassenem Pkw zurückgelegt auf Seite 2 der Anlage N eingetragen.

  • Der verbleibende Teil der maßgebenden Entfernung ist die Teilstrecke, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel entfällt. Diese trägst Du in die Spalte davon mit öffentl. Verkehrsmitteln, ..... zurückgelegt auf Seite 2 der Anlage N ein.

Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Unfallkosten, sagen die Steuerrechtler, teilen das rechtliche Schicksal der Fahrtkosten. Will heißen: So wie die Fahrtkosten behandelt werden, werden auch die durch einen Unfall verursachten Kosten behandelt. Passiert also auf einer Fahrt, die als Werbungskosten abgezogen werden darf, ein Unfall, dann gibst Du auch die Unfallkosten bei den Werbungskosten an.

Die berufliche Fahrt beginnt mit Verlassen der Wohnung und endet mit der Rückkehr dorthin, solange sie nicht aus privaten Gründen unterbrochen wird. Als Unfallkosten absetzbar sind daher auch Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die an einem vor der Arbeitsstelle geparkten Pkw entstehen.

Zu den Werbungskosten gehören dann alle Aufwendungen, die Dir im Zusammenhang mit einem Unfall auf einer beruflichen Fahrt entstehen, soweit sie nicht erstattet werden. Die Kosten werden also nicht etwa anteilig gekürzt, weil das Auto auch privat genutzt wird.

Die abzugsfähigen Unfallkosten trägst Du in der Steuererklärung in einer Zeile unter Weitere Werbungskosten / Sonstiges ... auf Seite 2 der Anlage N ein. Die Kosten ermittelst Du am besten in einer gesonderten Aufstellung, die Du der Steuererklärung beilegst. Einen Mustervordruck, mit dem Du Unfallkosten einfach und vollständig in der Steuererklärung geltend machen kannst, findest Du unter www.steuertipps.de im Bereich Service / Checklisten. Die Checkliste haben wir dort für Selbstständige erstellt, aber die Kosten sind letztendlich die gleichen. Du kannst sie also als Rechenhilfe verwenden.

Übrigens: Wenn Du in der Mittagspause von Deiner Arbeitsstätte nach Hause oder fährst oder in ein Restaurant, um dort zu Mittag zu essen, dann sind weder die Fahrtkosten noch die Aufwendungen infolge eines Unfalls als Werbungskosten absetzbar!

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