Vermietung: Kein Werbungskostenabzug bei langem Leerstand

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Erweist sich eine Immobilie als schwer vermietbar, muss der Eigentümer einiges tun, um seine Vermietungsbemühungen nachzuweisen. Sonst gilt: Langer Leerstand spricht gegen die Absicht, Einkünfte zu erzielen.

Das FG Hamburg entschied im Fall eines Immobilieneigentümers, der ein Hotelgebäude sein Eigen nannte. Das Gebäude befand sich in einer Stadt, aus der nach der Wende 1989 zahlreiche Bewohner weggezogen waren und in der viele renovierte Häuser leerstanden. Es war also nicht einfach, das Gebäude zu vermieten. Der Eigentümer machte mehrere Jahre hintereinander Verluste, die er in seiner Steuererklärung bei den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung geltend machte.

Das Finanzamt wollte die Verluste nicht mehr anerkennen. Begründung: Es sei keine Einkünfteerzielungsabsicht zu erkennen. Diese ist aber Voraussetzung dafür, dass Verluste steuerlich anerkannt werden.

Das FG Hamburg gab dem Finanzamt recht und erklärte, der Eigentümer habe nicht genug unternommen, um das Gebäude zu vermieten. Er hätte zielgerichtet darauf hinwirken müssen, das Gebäude in einen vermietbaren Zustand zu bringen – notfalls auch durch bauliche Veränderungen. Der Eigentümer hatte jedoch nur ein Transparent an der Immobilie angebracht mit dem Hinweis, dass das Gebäude zu vermieten sei. Außerdem hatte er einen Hotelier und zwei weitere Personen direkt angesprochen. Das ist nicht genug, entscheiden die Richter. Die Werbungskosten wurden vom Finanzamt zu Recht nicht anerkannt (FG Hamburg, Urteil vom 31.5.2011, Az. 1 K 205/09, rechtskräftig).

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