Telefonkosten eines Soldaten auf Dienstreise sind Werbungskosten

 - 

Telefonkosten eines Soldaten auf Dienstreise mit über einwöchiger Abwesenheit sind als Werbungskosten abzugsfähig, so das FG Niedersachsen.

Laut den BFH-Entscheidungen vom 18.3.1988 (VI R 90/84) sowie vom 8.11.1996 (VI R 48/96) dürfen Telefonkosten in der Regel für ein wöchentliches Telefongespräch nur im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten abziehbar sein. Anstelle einer Familienheimfahrt können die Gebühren für ein Ferngespräch bis zu 15 Minuten berücksichtigt werden (LStH 9.11 Abs. 5 ff.).

Mit diesem Urteil vom 2.9.2009 (7 K 2/07) überträgt das FG Niedersachsen diese Regel nun auch auf Fälle der Auswärtstätigkeit.

Als Auswärtstätigkeit zählen berufliche Fahrten und Tätigkeiten außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fahrten zu Kunden und Lieferanten,
  • Fahrten, um berufliche Arbeiten vor Ort auszuführen (Montage, Kundendienst, etc.),
  • Teilnahmen an fachlichen Tagungen, Kursen etc.,
  • Fahrten zu dienstlichen Besprechungen,
  • Besuch von berufsbezogenen Messen und Ausstellungen,
  • Klassenfahrten bei Lehrern, Wandertage, Museumsbesuche u.A.,
  • kurz gefasst: alle Fahrten aus beruflichem Grund.

Für die Auswärtstätigkeit außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte können Sie Reisekosten ansetzen. Zu den Reisekosten gehören auch Reisenebenkosten. Bislang konnten Sie ausschließlich berufliche Telefonate berücksichtigen. Kosten für private Telefongespräche, die mit der beruflichen Auswärtstätigkeit nur indirekt zusammenhängen, waren nicht absetzbar.

 

Steuertipp
Wenn Sie eine Auswärtstätigkeit länger als eine Woche durchgeführt haben, setzen Sie privat veranlasste Telefongebühren als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung an und beziehen Sie sich auf dieses Urteil des FG Niedersachsen.
. 

 

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.