Statusfeststellungsverfahren: Aufwendungen sind Werbungskosten

 - 

Aufwendungen, die einem Steuerpflichtigen im Zusammenhang mit einem so genannten Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV entstehen, sind durch das Arbeitsverhältnis veranlasst.

Die Finanzämter müssen sie deshalb als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit berücksichtigen. Dies hat der BFH entschieden. Beim Statusfeststellungsverfahren geht es um die Klärung der Sozialversicherungspflicht einer Beschäftigung.

Die Kosten, die einem Steuerpflichtigen aufgrund eines solchen Verfahrens entstehen, sind nach Ansicht des BFH nicht nur steuerunerhebliche Aufwendungen der privaten Lebensführung. Vielmehr bestehe ein Veranlassungszusammenhang von honorierter Beratungsleistung und Arbeitsverhältnis. Denn die Beantwortung der Frage des sozialversicherungsrechtlichen Status einer Person richte sich nach der Art der Beschäftigung. Sie stehe damit in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis.

Der Umstand, dass das Steuerrecht den Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag als Vorsorgeaufwendungen durch einen beschränkten Sonderausgabenabzug entlastet, lässt diesen Veranlassungszusammenhang laut BFH nicht entfallen. Insbesondere werde der Beratungsaufwand dadurch nicht zu einer Angelegenheit des Sonderausgabenabzugs, stellten die Bundesrichter klar. Ob der Steuerpflichtige sozialversicherungspflichtig beschäftigt sei, betreffe das Arbeitsverhältnis als solches und damit die Ebene der Einkommenserzielung, insbesondere die Höhe des vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer auszuzahlenden Gehalts (BFH, Urteil vom 6.5.2010, Az. VI R 25/09).

Weitere News zum Thema

  • Umzugskosten absetzen: Werte für 2018, 2019 und 2020

    [] Für einen beruflich bedingten Umzug dürfen Werbungskosten geltend gemacht werden. Für Umzüge seit dem 1.3.2018 gelten neue Werte. Auch die absetzbaren Pauschalen für umzugsbedingte Unterrichtskosten und sonstige Umzugsauslagen ab dem 1.4.2019 und ab dem 1.3.2020 hat das BMF bereits veröffentlicht. mehr

  • Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen

    [] Dämmerung, nasses Herbstlaub und in Gedanken noch oder schon im Büro: Ein Unfall ist da schnell passiert. Falls Sie die Kosten nicht vom Arbeitgeber ersetzt bekommen, dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen! mehr

  • Neues zum Arbeitszimmer

    [] Das Thema Arbeitszimmer hat Sie als Arbeitnehmer in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt. Zumindest bei einem Thema gibt es nun abschließend Klarheit. mehr

  • Kein Werbungskostenabzug von Reservisten

    [] Reservistendienst Leistende sind pensionierte und frühere Soldaten, die auf Zeit unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einem bestimmten Lebensalter und je nach Verwendung bis zu drei bzw. bis zu sieben Monate in den Streitkräften der BRD dienen. mehr

  • Häusliches Arbeitszimmer einer Flugbegleiterin

    [] Kann eine Flugbegleiterin ein häusliches Arbeitszimmer absetzen, weil sie sich dort auf ihre beruflichen Tätigkeiten vorbereitet? Das Finanzgericht hat das verneint. Nun muss sich der BFH abschließend mit dieser Frage befassen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.