Sprachkurs im Ausland: Wann Reisekosten abziehbar sind

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Reisekosten für einen Sprachkurs im Ausland können als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden - meist aber nur anteilig. Bei der Ermittlung der abziehbaren Kosten kommt es nicht immer auf den zeitlichen Anteil des Unterrichts an der Dauer des Auslandsaufenthalts an.

Ist eine Sprachreise ausschließlich oder fast ausschließlich beruflich veranlasst, sind die Reisekosten komplett abziehbar.

Ist dagegen die Reise auch privat mitveranlasst, müssen Sie die Reisekosten aufteilen. Abziehbar ist dann nur der beruflich veranlasste Teil dieser Kosten. Einen privaten Aspekt unterstellt der BFH immer, wenn Sie einen Sprachkurs an einem auswärtigen Ort besuchen, beispielsweise im Ausland.

Aufteilungsmaßstab für die Reisekosten ist grundsätzlich das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile. Das ist besonders bei Sprachreisen nicht einfach zu ermitteln. Denn hier liegen die beruflichen und privaten Anteile oft nicht zeitlich hintereinander, sondern fallen zusammen. Das gilt insbesondere für Kurse an einem touristisch interessanten Ort. In diesen Fällen unterstellt der BFH, dass der private Aspekt die gesamte Sprachreise überlagert (BFH, Urteil vom 24.2.2011, Az. VI R 12/10). Deshalb kann auch ein anderer als der zeitliche Aufteilungsmaßstab gelten: Können weder Sie noch das Finanzamt einen solchen Maßstab nachweisen, sind 50% der Reisekosten abziehbar.

Im Streitfall hatte ein Zugführer-Offizier bei der Bundeswehr an einem Englischsprachkurs in Südafrika teilgenommen. Das Finanzgericht hatte die dafür geltend gemachten Reisekosten komplett gestrichen. Der BFH hob diese Entscheidung auf und verlangt nun, die Kosten teilweise anzuerkennen.

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