Spanisch-Sprachkurs in Mexiko als Werbungskosten?

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Ein bei einer Fluglinie angestellter Steward wollte gerne Chefsteward werden. Dafür musste er eine weitere Fremdsprache lernen. Ob er den Kurs in Mexiko wohl absetzen durfte?

Der Steward belegte im Rahmen eines Bildungsurlaubs einen vierwöchigen Spanisch-Kurs an einer Sprachschule in Cancun/Mexiko. Die dafür angefallenen Kosten in Höhe von etwa 500 Euro machte er als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an. Dagegen klagte der Steward. Seine Argumente für die Anerkennung:

  • Der Bildungsurlaub fand im Rahmen des Hamburgischen Bildungsurlaubsgesetzes statt.
  • Bei der Sprachschule handelte es sich um eine anerkannte Sprachschule in Cancun/Mexiko.
  • Er war nur deshalb vor Beginn des Kurses angereist, weil er einen sog. Standby-Flug (nur möglich, wenn Plätze frei sind) bekommen hatte.

Die Richter stellten sich auf die Seite des Stewards - das Finanzamt musste die Werbungskosten anerkennen.

In ihrem Urteil erklärten die Richter: Der Werbungskostenabzug darf nicht alleine deshalb versagt werden, weil der Sprachkurs im Ausland stattgefunden hat. Eine Sprache sei zudem in dem Land effizienter zu erlernen, in dem sie auch gesprochen wird.

Es muss zwar grundsätzlich gefordert werden, dass der Sprachkurs auf die besonderen beruflichen Bedürfnisse des Teilnehmers zugeschnitten ist. Das war hier aber der Fall. Der Steward überzeugte die Richter davon,

  • dass die Kosten in Mexiko deutlich geringer waren als für einen Sprachkurs innerhalb der EU und Flugkosten für ihn nicht angefallen sind sowie
  • mit vorgelegten Stunden- und Kursplänen, dass die Reise beruflich veranlasst und die "Befriedigung privater Interessen von lediglich untergeordneter Bedeutung" war.

Außerdem hatte der Kläger in der Verhandlung eine Bescheinigung vorgelegt, nach der die Ausbildung zum Chefsteward ("Purser II") erfolgreich abgeschlossen worden war (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 23. 9.2009, Az. 2 K 1025/08).

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