Sind Kosten für Erststudium und Erstausbildung bald absetzbar?

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Sind die Aufwendungen für die Erstausbildung oder für ein Erststudium als vorweggenommene Werbungskosten abziehbar? Diese Frage liegt jetzt beim Bundesfinanzhof.

Das Einkommensteuergesetz schließt seit 2004 den Werbungskostenabzug für Erststudium und Erstausbildung aus, wenn sie nicht innerhalb eines Dienstverhältnisses absolviert werden. Zulässig ist seitdem nur noch der Abzug von Sonderausgaben bis maximal 4.000 Euro.

Mit Verweis auf diese Regelung erkannte das Finanzgericht Hamburg im Fall des "klassischen" Erststudiums unmittelbar nach der Schulausbildung die Kosten nur in begrenzter Höhe als Sonderausgaben an und verweigerte den Werbungskostenabzug (Urteil des FG Hamburg vom 25.11.2009, Az. 5 K 193/08). Das Abzugsverbot sei verfassungsgemäß, urteilten die Hamburger Richter. Ob dem so ist, muss der Bundesfinanzhof entscheiden (Az. beim BFH: VI R 7/10).

Wer als Student oder Azubi eine Einkommensteuer-Erklärung abgeben muss oder freiwillig abgibt, sollte die Kosten für das Erststudium oder die Erstausbildung auf jeden Fall geltend machen. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zur Ausbildungsstätte, Studiengebühren, die Kosten für den neuen Computer, die Software oder Lehrbücher.

Wer während der Ausbildung keine Einkommensteuer-Erklärung abgeben muss, weil er gar keine oder nur geringe eigene Einnahmen erzielt, kann einfach abwarten. Denn eine Steuererklärung für die Jahre, in der man seine Studien- oder Ausbildungskosten als vorweggenommene Werbungskosten ansetzt, darf man noch bis zu vier Jahre nach dem entsprechenden Kalenderjahr abgeben.

Steuertipp
Zunächst wird das Finanzamt die Kosten nur in Höhe von maximal 4.000 Euro als Sonderausgaben berücksichtigen. Wer als Student oder Azubi höhere Aufwendungen getragen hat oder vom Sonderausgabenzug nicht profitiert, weil seine Einnahmen zu gering sind, sollte mit Hinweis auf das Aktenzeichen VI R 7/10 gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen. Außerdem sollte er das Ruhen des Verfahrens beantragen. Es besteht dann ein Rechtsanspruch auf Verfahrensruhe bis zur Entscheidung des BFH. Wer diesen Weg beschreitet, geht keinerlei Kostenrisiko ein und kann dennoch von einer möglichen positiven Gerichtsentscheidung profitieren.
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