Rechtsreferendare: Werbungskosten bei Auslands-Stage?

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Ein Rechtsreferendar verbrachte einen Teil seiner Ausbildung in einer amerikanischen Kanzlei. Die Ausgaben für Unterkunft, Fahrtkosten sowie für Verpflegungsmehraufwand wollte er in Deutschland als Werbungskosten absetzen.

Hintergrund: Der Rechtsreferendar erhielt neben seinen Referendarbezügen von der amerikanischen Anwaltskanzlei ein Anerkennungshonorar. Dieses wurde in den USA versteuert und war laut Doppelbesteuerungsabkommen-USA in Deutschland steuerfrei. Welchen Einfluss hat das auf die Werbungskosten, die der Rechtsreferendar in seiner Steuererklärung geltend machen möchte?

Das FG Baden-Württemberg meint dazu:

Die Aufwendungen für Unterkunft, Fahrtkosten zwischen Unterkunft und Kanzlei und für die Mehrverpflegung stehen mit den steuerfreien Einnahmen in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang (§ 3c Abs. 1 EStG). Denn die Einnahmen und Aufwendungen sind auf den gleichen Lebensvorgang zurückzuführen: die Tätigkeit für die amerikanische Kanzlei.

Folge: Die Werbungskosten sind nur teilweise abziehbar. Der nicht abziehbare Anteil richtet sich dabei nach dem Verhältnis, in dem die steuerfreien Einnahmen zu den betreffenden Gesamteinnahmen stehen (§ 3c Abs. 1 EStG).

Ergebnis:

  • Für die täglichen Fahrten zwischen seiner Unterkunft und seiner vorübergehenden Ausbildungsstätte darf der Referendar die tatsächlich angefallenen Kosten ansetzen (§ 9 Abs. 1 Satz 1 EStG). Die Entfernungspauschale kommt hier nicht zum Zuge.
  • Der Mehraufwand für Verpflegung, der für die Auswärtstätigkeit in den USA als Werbungskosten absetzbar ist, bemisst sich nach den vom BMF festgelegten Pauschbeträgen (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.3.2008, Az. 4 K 284/06).

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