Privat veranlasstes Auslandsstudium nicht steuerlich begünstigt

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Ein Arzt machte in seiner Steuererklärung die Studienkosten seiner Ehefrau in den USA als vorab entstandene Werbungskosten geltend. Das FG Baden-Württemberg entschied: Die Kosten werden nicht anerkannt. Lesen Sie hier, was der Grund dafür war.

Der Fall: Bei den geltend gemachten Kosten handelte es sich um Aufwendungen für das Jahr 2004. Die Ehefrau war während eines Praktikumsaufenthalts in den USA eine außereheliche Beziehung eingegangen. Die Ehe wurde daraufhin im Jahr 2005 geschieden, für das Streitjahr 2004 wurde der Arzt noch mit seiner früheren Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.

Nach der Trennung von ihrem Ehemann beabsichtigte die Ehefrau in die USA auszureisen, um dort zusammen mit ihrem neuen Partner zu leben. Dies scheiterte zunächst daran, dass sie in den USA keine Arbeit fand und folglich auch kein Visum erhielt. Schließlich absolvierte sie von Oktober 2004 bis Mai 2005 in den USA ein Master-Studium, erhielt dafür ein Studentenvisum und lebte in dieser Zeit mit ihrem neuen Partner in den USA zusammen. Nachdem das US-amerikanische Visum nicht verlängert wurde, kehrte sie nach Deutschland zurück, trennte sich von ihrem neuen Partner und verstarb später während des Klageverfahrens.

Das Finanzamt erkannte die Studienkosten nicht als vorweggenommene Werbungskosten an. Zu Recht, wie das FG Baden-Württemberg entschied: Die Richter stimmten der Auffassung des Finanzamts zu, dass die Ehefrau ihr Studium aus privaten Gründen aufgenommen hatte - nämlich, um bei ihrem neuen Partner in den USA bleiben zu können. Es fehlt daher an dem erforderlichen "erwerbsbezogenen Veranlassungszusammenhang" zwischen den Studienkosten und einer späteren beruflichen Tätigkeit (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 12.5.2010, Az. 7 K 81/07).

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