Orchestermusiker: Schwarzer Anzug ist keine typische Berufskleidung

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Ein angestellter Orchestermusiker kann die Kosten für einen schwarzen Anzug, den er bei Auftritten des Orchesters tragen muss, nicht im Rahmen der Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das entschied das FG Münster.

Der klagende Musiker war bei einem Philharmonischen Orchester angestellt und dienstvertraglich verpflichtet, bei Konzerten bestimmte Kleidung zu tragen. Dazu gehörten eine schwarze Hose und ein schwarzes Sakko. Von seinem Arbeitgeber erhielt er dafür monatlich ein lohnsteuerpflichtiges Kleidergeld.

In seiner Steuererklärung hatte er Kosten für die Anschaffung eines schwarzen Sakkos und zweier schwarzer Hosen als Werbungskosten geltend gemacht – insgesamt ging es um ca. 550 €. Das Finanzamt erkannte diese Aufwendungen nicht an und erklärte, bei den Kleidungsstücken handle es sich nicht um typische Berufskleidung.

Das Finanzgericht folgte dieser Auffassung. Die Richter bestätigten, dass es sich bei einem schwarzen Sakko und schwarzen Hosen um bürgerliche Kleidung handle, und nicht etwa um typische Berufskleidung. Die Kosten für den Kleiderkauf sind daher der privaten Lebensführung zuzurechnen und nicht als Werbungskosten abzugsfähig (FG Münster, Urteil vom 13.07.2016, Az. 8 K 3646/15).

Unterschied zu Leichenbestatter und Oberkellner

In anderen Fällen wurde in der Vergangenheit die Anschaffung schwarzer Kleidung als Werbungskosten anerkannt, beispielsweise bei Leichenbestattern und Oberkellnern. Das ist natürlich auch den Richtern aus Münster bekannt, und so erklärten sie, was hier den Unterschied macht:

Im Gegensatz zu einem Leichenbestatter oder einem Oberkellner, deren schwarze Anzüge typische Berufskleidung darstellten, diene die Kleidung des Klägers allein dem festlichen Erscheinungsbild des gesamten Orchesters. Sie solle nicht seine herausgehobene Position unterstreichen und könne auch zu privaten festlichen Anlässen getragen werden.

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