Musiker: Aufwendungen für Dispokinese sind nur Krankheitskosten, keine Werbungskosten

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Ein Orchestermusiker, der unter akuten Einschränkungen im Hals-Nacken-Schulterbereich leidet, und dem daher Kosten für eine Dispokinese entstehen, kann diese Aufwendungen nur im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen geltend machen.

Der Unterschied zwischen außergewöhnlichen Belastungen und Werbungskosten macht sich finanziell bemerkbar: Während Werbungskosten in vollem Umfang das Einkommen mindern, sind außergewöhnliche Belastungen nur beschränkt absetzbar.

Vor dem hessischen Finanzgericht hatte eine angestellte Orchestermusikerin geklagt. Sie hatte in ihrer Steuererklärung rund 1.000 € für sog. Dispokinese geltend gemacht. Das ist eine von Musikern für Musiker entwickelte ganzheitlich orientierte Schulungsform, deren Ziel es ist, die Spielfähigkeit durch Veränderung der Haltung und der Eigenwahrnehmung zu verbessern: Der Musiker erlernt zahlreiche Übungen, die es ihm ermöglichen, auch in einer Auftrittsituation bessere Leistungen zu erbringen.

Die Musikerin vertrat nun die Auffassung, dass die Dispokinese der Erhaltung und Sicherung der Einnahmen als Berufsmusikerin diene und folglich im Rahmen der Werbungskosten abzugsfähig sein müsse.

Die Richter sahen das anders und erkannten lediglich beschränkt abziehbare Krankheitskosten an. Ihrer Ansicht nach hatte die klagende Musikerin die Dispokinesesitzungen nur absolviert, um ihre Gesundheit wieder herzustellen bzw. zu erhalten. Zwar hatte sie nach der Behandlung tatsächlich eine verbesserte Körperhaltung und konnte ihr Instrument schmerzfrei führen. Das mache die Aufwendungen aber nicht zu Werbungskosten, entschieden die Richter. Denn die Aufwendungen seien aufgebracht worden, um die gesundheitlichen Probleme zu bewältigen. Dabei handele es sich jedoch nur um steuerlich beschränkt abzugsfähige Krankheitskosten (Hessisches FG vom 13.12.2011, 12 K 2569/10 ; Az. der Revision VI R 37/12).

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