Möbel beim Umzug einlagern: Vorsicht bei der Steuer!

 - 

Familienwohnsitz an den neuen Arbeitsplatz verlegt, aber die Rückkehr quasi schon geplant? In diesem Fall sind die Kosten für die Einlagerung von privaten Möbeln weder Werbungskosten noch außergewöhnliche Belastung!

Die Klägerin und ihr Ehemann verlegten im April 2005 ihren Familienwohnsitz von Deutschland nach England und zogen dort in ein Haus. Da das Haus eine Einbauküche hatte und die (in und für Deutschland gekauften) Küchengeräte wegen der unterschiedlichen Stromversorgung in England nicht zu gebrauchen waren, lagerte die Familie Küchenmöbel und Elektrogeräte ein. Bei der Rückkehr nach Deutschland sollte alles wieder benutzt werden.

Die Klägerin hatte bis zum 31.3.2007 ihren Wohnsitz in England nahm ab April 2007 eine neue Tätigkeit für einen Arbeitgeber in Deutschland an. Sie zog daraufhin in eine möblierte Wohnung in der Nähe des neuen Arbeitgebers.

Das Finanzamt erkannte zwar Mehraufwendungen aus der Führung eines doppelten Haushalts an, die Aufwendungen für die Einlagerung in Höhe von 1.313,20 Euro wurden jedoch nicht berücksichtigt. Denn das Finanzamt konnte keinen hinreichenden Zusammenhang mit der doppelten Haushaltführung erkennen.

Das wollte die Klägerin nicht hinnehmen und verlangte den Abzug der Einlagerungskosten als Werbungskosten im Rahmen der doppelten Haushaltführung, hilfsweise den Abzug des Zeitwerts der eingelagerten Gegenstände als außergewöhnliche Belastung.

Die Finanzrichter schlossen sich der Auffassung des Finanzamts an. In der Begründung zu diesem Urteil führten sie aus:

Die Einlagerung wurde ausgelöst durch die Verlagerung des Familien-Hauptwohnsitzes nach England im Jahr 2005. Ein doppelter Haushalt wurde dadurch jedoch nicht begründet. Im April 2007 hat die Klägerin zwar einen beruflich veranlassten doppelten Haushalt begründet. Ein Zusammenhang zwischen diesem doppelten Haushalt und der Einlagerung zwei Jahre zuvor ist jedoch nicht erkennbar. Vielmehr stehen die Einlagerungsaufwendungen mit der als rein privat zu beurteilenden Erwägung in Zusammenhang, bei einer späteren Rückverlegung des Familien-Hauptwohnsitzes Anschaffungskosten für private Haushaltsgegenstände einzusparen.

Ein Ansatz der Einlagerungskosten als außergewöhnliche Belastung ist ebenfalls nicht möglich, weil die Einlagerungskosten keine existenziell notwendigen privaten Aufwendungen sind. Zudem lagen die Kosten ohnehin unterhalb der Zumutbarkeitsgrenze des § 33 Abs. 3 EStG.

Die Richter machten auch sehr deutlich, dass die übrigen Voraussetzungen für außergewöhnliche Belastungen hier nicht vorlagen: Eine finanzielle Belastung sei den Klägern nur bei der Anschaffung der später eingelagerten Möbel, also zu privaten Konsumzwecken entstanden. Dass die Geräte zeitweise nicht am Hauptwohnsitz England genutzt werden konnten oder den Klägern ein Transport der Möbel nach England zu aufwändig war, beruhe auf einer fehlgeschlagenen Konsumentscheidung bzw. den selbstbestimmten privaten Entscheidungen, einerseits den Wohnsitz und den Arbeitsort zu verlagern und im Übrigen die Möbel nicht zu veräußern oder mitzunehmen (FG München, Urteil vom 11.5.2010, Az. 8 K 461/10).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.