Ministerium trödelt bei Steuerberatungskosten - notfalls Einspruch einlegen

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Immer mehr Steuerzahler halten ihren Steuerbescheid 2006 bereits in den Händen. Doch in vielen Fällen ist immer noch nicht klar, wie Steuerberatungskosten aufgeteilt werden sollen. Streicht das Finanzamt einen Teil Ihrer Aufwendungen zum Beispiel für die Steuertipps, sollten Sie Einspruch einlegen.

Zu den Steuerberatungskosten zählen neben der Steuerberater-Rechnung auch Aufwendungen für Steuer-Fachliteratur oder -Software. Die Absetzbarkeit dieser Kosten hat der Gesetzgeber seit 2006 erheblich erschwert.

Das heißt: Steuerberatungskosten, welche einer Einkunftsart zuzuordnen sind, können Sie zwar wie bisher als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen. Dazu gehören zum Beispiel die Kosten für die Anlagen N, KAP, AUS, R, SO, V, GSE und EÜR.

Aber: Alle anderen Steuerberatungskosten, die bisher zu den Sonderausgaben gehörten, sind nicht mehr abziehbar. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für das Ausfüllen des Mantelbogens und der Anlage Kind, aber auch Kosten für andere Steuerarten, zum Beispiel für die Erbschaft- und Schenkungsteuer.

Hat man eine auf die Einkunftsarten aufgeschlüsselte Rechnung eines Steuerberaters, ist die Zuordnung einfach. Werte von der Rechnung übertragen - fertig.

Die Kernfrage: Was passiert mit den Ausgaben für die "Steuertipps" oder für Steuersoftware - denn die helfen auch sowohl beim Ausfüllen zum Beispiel der Anlage N, KAP oder V als auch beim Erstellen von Mantelbogen und Anlage Kind?

Streng genommen müssen Sie auch hier die Gesamtkosten auf Einkünfte und den nicht mehr abziehbaren Teil aufteilen. Das ist nichts Neues - genau wie die bisherige Vereinfachungsregelung hierzu: Bei Steuerberatungskosten bis € 520,- im Jahr muss das Finanzamt Ihre Aufteilung auf Werbungskosten und Betriebsausgaben bzw. Sonderausgaben akzeptieren (R 10.8 Einkommensteuer-Richtlinien 2005).

Dieses Wahlrecht diente bereits bisher der Vereinfachung - und durch neue, komplizierte Aufteilungsregelungen würden alle Pläne der Bundesregierung in Sachen Steuervereinfachung ad absurdum geführt. Das Bundesfinanzministerium hat zwar eine Verwaltungsanweisung zu den Steuerberatungskosten angekündigt, doch diese liegt immer noch nicht vor. Daher können wir jetzt noch auf die bisherige Praxis verweisen. Auch wenn die Finanzämter allem Anschein nach derzeit davon nichts mehr wissen wollen, sollten Sie zumindest bis zum Erlass des neuen BMF-Schreibens nicht akzeptieren, dass ein Teil Ihrer Kosten gestrichen wird.

Musterformulierung
"Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen den Einkommensteuerbescheid [Jahr ab einschl. 2006] vom [Datum] lege ich Einspruch ein.

Ich bitte meiner in der Steuererklärung getroffenen Zuordnung der Steuerberatungskosten zu folgen. Das Bundesfinanzministerium bereitet zurzeit eine Verwaltungsanweisung zu der Behandlung der Steuerberatungskosten ab dem Veranlagungszeitraum 2006 vor. Ich bitte, das Verfahren bis zur Veröffentlichung ruhen zu lassen."

Steuerberaterverband hat Musterprozesse angekündigt

Ob der Gesetzgeber den Abzug der Steuerberatungskosten überhaupt einschränken durfte, wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden müssen. Der Deutsche Steuerberaterverband hat Musterprozesse angekündigt, die aber noch nicht bei den Finanzgerichten anhängig sind. Sobald Aktenzeichen bekannt sind, werden wir Sie informieren. Dann können Sie Ihren Einspruch auf diese Klagen stützen bzw. bereits ruhende Einsprüche nachträglich erweitern.

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