Leiharbeitnehmer: Meist Reisekosten absetzbar

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Ob der Arbeitsort, an dem Sie beruflich tätig sind, steuerlich eine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt, ist von erheblicher Bedeutung: Denn nur wenn Sie nicht an einer regelmäßigen Arbeitsstätte tätig sind, können Sie hierfür Reisekosten steuerlich ansetzen.

Aktuell hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Leiharbeitnehmer typischerweise keine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Entscheidend kam es den Richtern darauf an, dass der Leiharbeitnehmer in Einrichtungen der Kunden (Entleiher) seines Arbeitgebers tätig war und sich zu Beginn der jeweiligen Tätigkeit nicht darauf einrichten konnte, dauerhaft dort tätig zu sein (BFH, Urteil vom 17.6.2010, Az. VI R 35/08).

Konsequenz: Die Tätigkeit beim Entleiher ist eine berufliche Auswärtstätigkeit. Absetzbar ist die Fahrt mit dem Pkw dorthin mit der höheren Reisekostenpauschale und je nach Dauer der Abwesenheit von der Wohnung ein Verpflegungspauschbetrag.

Noch nicht entschieden hat der Bundesfinanzhof, ob

  • ein Leiharbeitnehmer ausnahmsweise dann eine regelmäßige Arbeitsstätte beim Entleiher hat, wenn er vom Arbeitgeber (Verleiher) für die gesamte Dauer seines Arbeitsverhältnisses dem Entleiher überlassen wird;
  • im Falle des sog. unternehmensinternen Outsourcings eine regelmäßige Arbeitsstätte vorliegt. Das Finanzgericht Köln hat bei einem Beamten der Deutschen Telekom AG, der vorübergehend einem privatrechtlichen Tochterunternehmen zugewiesen wurde, keine berufliche Auswärtstätigkeit anerkannt. Begründung: Da sich Arbeitsort und Gegenstand der Tätigkeit nicht geändert hat, habe der Beamte dort weiterhin eine regelmäßige Arbeitsstätte, auch wenn es sich rechtlich nicht mehr um eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handele. Entscheidend sei vielmehr, dass die Tätigkeitsstätte wirtschaftlich dem Arbeitgeber zugerechnet werden könne (FG Köln, Urteil vom 18.3.2010, Az. 11 K 2225/09; Az. der Revision VI R 22/10).

Steuertipp
Lehnt das Finanzamt eine berufliche Auswärtstätigkeit ab, sollten Betroffene dagegen Einspruch einlegen und unter Hinweis auf die anhängige Revision VI R 22/10 das Ruhen des Einspruch-Verfahrens beantragen.

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