Lehrer: Bücher künftig häufiger absetzbar?

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Der BFH hat entschieden, dass Aufwendungen eines Lehrers für Bücher und Zeitschriften als Werbungskosten abgezogen werden können. Welche Voraussetzungen dabei zu beachten sind, erfahren Sie hier.

Vor dem BFH wurde der Fall eines Realschullehrers für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik verhandelt. Er hatte in seiner Steuererklärung Werbungskosten für Bücher und Zeitschriften-Abonnements geltend gemacht.

Finanzamt und Finanzgericht erkannten 50% der Kosten als Werbungskosten an, den Rest lehnten sie ab. Die Begründung: Der Lehrer habe nicht für jedes einzelne Buch konkret dargelegt, wann, in welcher Klasse, in welchem Fach, zu welchem Thema und in welchem Umfang, welcher konkrete Teil des jeweiligen Schriftwerks Eingang in den Unterricht gefunden habe. Außerdem handele es sich um Schriftwerke gesellschaftspolitischer und allgemeinbildender Art, sodass sich nicht ausschließen lasse, dass der Kläger die Bücher und Zeitschriften auch aus privaten Gründen erworben habe.

Der BFH verwies das Verfahren zurück an das Finanzgericht und erklärte: Das Finanzgericht habe allein auf die Verwendung der Schriftwerke im Unterricht abgestellt und damit den beruflichen Veranlassungszusammenhag unzulässig verengt. Denn auch der Gebrauch der Literatur zur Unterrichtsvor- und -nachbereitung oder die Anschaffung von Büchern und Zeitschriften für eine Unterrichtseinheit, die nicht abgehalten worden ist, könne eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung der Literatur bei einem Pädagogen und damit den Werbungskostenabzug begründen. Das außerschulische Interesse des Klägers an anthropologischen und gesellschaftspolitischen Themen stehe dann der steuerlichen Berücksichtigung nicht entgegen.

Folge: Das Finanzgericht muss jetzt für jedes einzelne Buch erneut untersuchen, ob es sich um einen Gegenstand der Lebensführung, um ein Arbeitsmittel oder um einen gemischt genutzten Gegenstand handelt. Hierzu sind die "Verwendungsanteile" genau zu bestimmen (BFH, Urteil vom 20.5.2010, Az. VI R 53/09).

Für Lehrer bedeutet das: Die Arbeit in eine sorgfältige Aufstellung darüber, wozu ein Buch genau genutzt wurde, ist gut investierte Zeit. Denn Sie kann zu einer deutlich höheren Steuerrückzahlung führen!

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