Längere, aber befristete Fortbildung: Fahrtkosten sind Werbungskosten!

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Wenn ein Arbeitnehmer an einer längerfristigen, aber vorübergehenden beruflichen Bildungsmaßnahme teilnimmt, wird der Veranstaltungsort nicht zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte. Das wirkt sich auf die Ermittlung der Fahrtkosten aus.

Der Fall: Ein Arbeitnehmer hatte neben seiner Vollbeschäftigung vier Jahre lang an einer auswärtigen beruflichen Fortbildung teilgenommen. Pro Woche investierte er dafür zwei Abenden und den Samstag. Das Finanzamt beurteilte das Bildungsinstitut als weitere regelmäßige Ausbildungs- bzw. Arbeitsstätte des Klägers und berücksichtigte daher die Fahrtkosten nur durch Ansatz der Entfernungspauschale.

Dagegen wehrte sich der Arbeitnehmer - und bekam jetzt vom BFH Recht. Begründung: Eine Bildungseinrichtung wird im Allgemeinen nicht zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer eine längerfristige, jedoch vorübergehende berufliche Bildungsmaßnahme durchführt. Eine regelmäßige Arbeitsstätte liege vielmehr nur dann vor, wenn die dortige Tätigkeit auf Nachhaltigkeit und Dauer angelegt sei.

Entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung könne deshalb eine auswärtige Tätigkeitsstätte nicht durch bloßen Zeitablauf von drei Monaten zur regelmäßigen Arbeitsstätte werden. Die Voraussetzungen einer regelmäßigen Arbeitsstätte seien auch nicht erfüllt, wenn ein Bildungsinstitut im Rahmen einer nebenberuflichen Fortbildungsmaßnahme längerfristig über vier Jahre aufgesucht werde.

Folge: Die Fahrtkosten des Arbeitnehmers zur Bildungseinrichtung sind nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten zu berücksichtigen (BFH, Urteil vom 10.4.2008, Az. VI R 66/05).

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