Kunstlehrer: Museumsbesuch nicht absetzbar

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Ein Gymnasiallehrer für Bildende Kunst kann die Eintrittskarten für Ausstellungsbesuche nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Das entschied das FG Baden-Württemberg.

Im entschiedenen Fall hatte eine Oberstudienrätin, die an einem Gymnasium das Fach Bildende Kunst unterrichtete, diverse Kunstausstellungen und Vernissagen besucht, bei denen Künstler ihre Werke ausstellten und neue Entwicklungen und Techniken auf dem Feld der Kunst präsentierten. Die Veranstaltungen waren jeweils für die Öffentlichkeit zugänglich und konnten von jedermann besucht werden. Anlässlich dieser Ausstellungen, zu denen sie zumindest teilweise persönlich eingeladen wurde, kam es auch zum gedanklichen Austausch mit anderen Kunstschaffenden.

Die Kosten für die Besuche dieser Veranstaltungen (Beiträge zum Kunstverein, Eintrittsgelder, Fahrtkosten und Parkgebühren) machte die Kunstlehrerin in ihrer Steuererklärung zu 50 % als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend.

Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an und wurde in dieser Auffassung vom FG Baden-Württemberg bestätigt.

Die Richter erklärten, bei den geltend gemachten Kosten handle es sich um Kosten für allgemeine kulturelle Veranstaltungen, welche durch die Vorschriften zur Berücksichtigung des steuerlichen Existenzminimums abgegolten seien. Sie seien gemäß § 12 Nr. 1 Satz 1 EStG grundsätzlich nicht abzugsfähig. Die Vorschrift besagt, dass Kosten, die zur allgemeinen Lebensführung gehören, dann nicht steuerlich geltend gemacht werden dürfen, wenn die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen sie mit sich bringt – auch dann, wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.

Eine ausschließliche oder nahezu ausschließliche berufliche Veranlassung, welche eine steuerliche Berücksichtigung als Werbungskosten ausnahmsweise zulassen würde, konnten die Richter nicht erkennen (FG Baden-Württemberg vom 19.2.2016, 13 K 2981/13 ).

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