Kinderbetreuungskosten für einige Monate: Vereinfachung

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Beim Abzug von Kinderbetreuungskosten nur für einen Teil des Jahres haben sich die Länder bereits vor einem Jahr auf eine elternfreundliche Vereinfachung geeinigt. Leider ist die Regelung nicht veröffentlicht, also nur verwaltungsintern!

Kinderbetreuungskosten können zu den Werbungskosten/Betriebsausgaben zählen oder zu den Sonderausgaben. Steuermindernd wirken sich 2/3 der Kosten bis zum Höchstbetrag von 4.000 Euro aus.

Dieser Höchstbetrag gilt auch dann in voller Höhe, wenn Sie und Ihr Kind die Voraussetzungen für einen Teil des Jahres erfüllen. Aber: Fallen Kinderbetreuungskosten auch für den Teil des Jahres an, in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, müssen Sie die Kosten eigentlich taggenau zuordnen. Die Vereinfachungsregelung erlaubt eine monatsweise Aufteilung.

 

Beispiel

Die Eheleute Vogel haben eine Tochter (Lena, 2 Jahre jung) und leben in einer gemeinsamen Familienwohnung. Herr Vogel ist als Manager tätig. Frau Vogel ist Hausfrau und übernimmt am 16.8.2010 als 400-Euro-Kraft in einer Zahnarztpraxis Prophylaxe-Schulungen. Für Lena fallen 2010 Kindergartenkosten von 7.200 Euro an.

Im Zeitraum vom

  • 1.1.2010 bis zum 15.8.2010 (227 Tage) erfüllen die Vogels die Voraussetzungen für den Abzug der Kinderbetreuungskosten nicht;
  • 16.8.2010 bis 31.12.2010 (138 Tage) liegen die Voraussetzungen für den Abzug als Werbungskosten vor.

Taggenaue Aufteilung: Es zählen rund 2.722 Euro (=7.200 Euro × 138/365) zu den Werbungskosten. Davon wirken sich 2/3 steuermindernd aus. Das sind knapp 1.815 Euro.

Monatsweise Aufteilung: Es zählen die Aufwendungen für fünf Monate zu den Werbungskosten, denn es zählen alle Monate voll, in denen die Voraussetzungen an mindestens einem Tag vorgelegen haben. Das sind hier die Monate August bis Dezember, sodass € 3.000 zu den Werbungskosten zählen. Davon wirken sich 2/3 = 2.000 Euro steuermindernd aus:

Das ist eine Differenz von 185 Euro, die zum Beispiel bei einem Steuersatz von 30% immerhin zu 55,50 Euro mehr im Geldbeutel führen.

 

Die Vereinfachungsregelung ist kein Zwang! Sollte die taggenaue Ermittlung günstiger für Sie sein, dürfen Sie weiterhin taggenau rechnen.

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