Kinder zur Schule fahren bringt steuerlich nichts

 - 

Wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, entstehen dadurch weder Werbungskosten noch außergewöhnliche Belastungen. Das gilt selbst dann, wenn es auf der Strecke keine öffentlichen Nahverkehr gibt, entschied das FG Rheinland-Pfalz.

Der Vater der Kinder wohnte im entschiedenen Fall aus dienstlichen Gründen in einer Gegend, die nicht an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden war. Er brachte seine Kinder mit dem Auto zur Schule und machte dafür in seiner Steuererklärung 1.560 Euro geltend – zunächst nur als außergewöhnliche Belastungen. Er gab an, im Streitjahr an 130 Tagen jeweils vier Fahrten täglich unternommen zu haben. Dabei berechnete er nicht die gesamte Fahrtstrecke zur Schule, sondern nur die Entfernung bis zur nächstgelegenen Bushaltestelle.

Das Finanzamt wollte keine außergewöhnlichen Belastungen anerkennen, da die Aufwendungen bereits durch das Kindergeld abgegolten seien.

Der Vater beantragte daraufhin, die Aufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen. Schließlich müsste er seine Kinder nur deshalb zur Schule bzw. zur Bushaltestelle fahren, weil die Familie wegen seines Berufs in der abgelegenen Gegend wohne.

Auch damit hatte er keinen Erfolg. Es fehle der notwendige Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der auf Einnahmenerzielung gerichteten Tätigkeit, erklärten die Richter. Denn der Grund für die Aufwendungen müsse mit der Arbeit des Vaters zusammenhängen. Das sei hier nicht der Fall, denn die Kosten entstünden im Streitfall aufgrund der Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber ihren Kindern (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.6.2011, Az. 2 K 1885/10).

Weitere News zum Thema

  • Baustellenlärm im Büro: Ohropax absetzbar

    [] Kleinvieh macht auch Mist... dachte sich vermutlich ein Steuerzahler, als er wegen 2,95 Euro Werbungskosten vor Gericht zog. Er hatte im Büro wegen des Lärms von einer dort eingerichteten Baustelle Ohropax gebraucht. mehr

  • Doppelte Haushaltsführung: Kosten für Möbel voll abziehbar

    [] Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung als Kosten für die Unterkunft am Beschäftigungsort die tatsächlichen Kosten ansetzen, höchstens aber 1.000 Euro im Monat. Möbel gehen extra – das ist gut für Sie. mehr

  • Lehrerin: Therapiehund bringt Werbungskosten

    [] Ein Therapiehund kann ein Arbeitsmittel sein mit der Folge, dass Kosten, die für das Tier entstehen, in der Steuererklärung teilweise als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Das hat das FG Münster entschieden. Der Fall bietet interessante Details. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.