Finanzamt an den Ausgaben für ein Erststudium beteiligen

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Derzeit sind mehrere Klagen gegen das Verbot des Abzugs der Kosten eines Erststudiums als Betriebsausgaben/Werbungskosten anhängig. Von den laufenden Verfahren können Sie profitieren.

Aufgrund einer Gesetzesänderung ist es seit 2004 nicht mehr möglich, die Ausgaben für die erste Berufsausbildung oder das erste Studium als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu berücksichtigen und dadurch in voller Höhe steuerlich geltend zu machen.

Stattdessen dürfen die Kosten nur noch in Höhe von maximal 4.000 Euro pro Jahr als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das kann zwei Nachteile mit sich bringen: Der gesamte Steuervorteil verpufft, wenn in einem Jahr keine positiven Einkünfte erzielt werden. Und überschreiten die Ausbildungskosten 4.000 Euro im Jahr, bleibt unabhängig von der Höhe der Einkünfte ein Teil der Ausgaben steuerlich unberücksichtigt.

Das Verbot des Betriebsausgaben-/Werbungskostenabzugs hat zu zahlreichen Klagen geführt. Bereits erfolgreich waren diese, soweit es um die steuerliche Anerkennung der Ausgaben für ein Erststudium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ging. Hier hat der BFH die im Gesetz festgelegte Abzugsbeschränkung für unzulässig erklärt.

Noch nicht entschieden ist dagegen, ob die Kosten eines Erststudiums auch ohne eine vorher abgeschlossene Berufsausbildung einer Einkunftsart zugeordnet werden können und dadurch in voller Höhe abzugsfähig sind. Derzeit sind mehrere Gerichtsverfahren anhängig, in denen es um diese Frage geht. Der Bund der Steuerzahler unterstützt ein Musterverfahren vor dem FG Münster (Az. 11 K 4489/09 F). Ein zweites Verfahren ist seit Kurzem beim BFH anhängig (Az. der Revision: VI R 7/10).

Steuertipp
Von den laufenden Verfahren können Sie profitieren. Lehnt das Finanzamt ab, die Kosten Ihres ersten Studiums als Betriebsausgaben anzuerkennen, sollten Sie unter Hinweis auf das laufende BFH-Verfahren Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen und gleichzeitig das Ruhen Ihres Verfahrens beantragen. Dann brauchen Sie nur noch abzuwarten. Falls der BFH die Studiumskosten in vollem Umfang anerkennt, stehen Ihre Chancen sehr gut, dass auch Ihr Finanzamt die von Ihnen geltend gemachten Ausgaben nachträglich akzeptiert.

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