Familienheimfahrt mit dem Dienstwagen führt nicht zu Werbungskosten

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Bei wöchentlichen Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung mit einem vom Arbeitgeber überlassenen Fahrzeug entstehen keine Werbungskosten, entschied das FG Schleswig-Holstein. Der Fall liegt jetzt beim BFH.

Für Aufwendungen, die durch einmal wöchentliche, mit einem vom Arbeitgeber überlassenen Fahrzeug unternommene Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung entstehen, kann kein Werbungskostenabzug vorgenommen werden. Das entschieden die Richter des FG Schleswig-Holstein unter Verweis auf die an sich eindeutige gesetzliche Regelung in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 6 EStG ("Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Einkunftsart überlassenen Kraftfahrzeug werden nicht berücksichtigt").

Dass das Ganze doch nicht so einfach ist, zeigen die diesem Satz nachfolgenden Erklärungen der Richter zu verschiedenen Paragrafen des Einkommensteuergesetzes und deren Verweise untereinander. Quintessenz: Der Gesetzgeber hat aus Vereinfachungsgründen einerseits auf die Zurechnung von Einnahmen durch Ansatz eines Nutzungsvorteils für die wöchentlichen Familienheimfahrten verzichtet, andererseits aber auch den korrespondierenden Werbungskostenabzug ausgeschlossen.

Ob das so korrekt ist, soll jetzt allerdings der BFH klären. Das Revisionsverfahren hat das Aktenzeichen VI R 33/11.

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