Entfernungspauschale: Wann dürfen Sie die längere Entfernung zum Arbeitsplatz ansetzen?

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Das Finanzamt gewährt die Entfernungspauschale für jeden Kilometer, den der Arbeitsplatz von Ihrer Wohnung entfernt ist. Ab dem Jahr 2007 gilt dies leider erst ab dem 21. Entfernungskilometer. Maßgebend für die Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung - egal welches Verkehrsmittel Sie tatsächlich benutzen.

Wer mit dem Pkw zur Arbeit fährt, kann aber auch eine längere Entfernung als die kürzeste Straßenverbindung ansetzen, wenn diese Fahrstrecke offensichtlich verkehrsgünstiger ist und von Ihnen regelmäßig genutzt wird (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG).

Wann aber ist eine Fahrstrecke »offensichtlich verkehrsgünstiger«?

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Grundsatzurteil ausgeführt, dass eine andere als die kürzeste Straßenverbindung dann offensichtlich verkehrsgünstiger ist, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen in der Regel schneller und pünktlicher erreicht. Im konkreten Fall reichte deshalb eine tägliche Zeitersparnis von 20 bis 30 Minuten aus. Dabei belief sich die kürzeste Straßenverbindung (Innenstadt) auf 13km, die anerkannte verkehrsgünstigere Strecke zur Umgehung der Innenstadt hingegen auf 20km (BFH-Urteil vom 10.10.1975, BStBl. 1975 II S. 852).

Auch das Finanzgericht Düsseldorf kam in einem aktuellen Fall zu dem Ergebnis, dass eine Zeitersparnis von mindestens 20 Minuten bei Benutzung der längeren Fahrstrecke, die teilweise über Autobahnen führt, ausreichend ist. Ohne Bedeutung ist aber, ob der Arbeitnehmer die kürzere Straßenverbindung durch die Innenstadt aufgrund der Verkehrsumstände (Verkehrsdichte und Verkehrsfluss) als nicht zumutbar empfindet. Auch der damit verbundene Kraftstoffverbrauch und stärkere Verschleiß des Fahrzeugs reicht nicht aus. Entscheidend ist allein die Fahrzeitersparnis (FG Düsseldorf vom 18.7.2005, EFG 2005 S. 1825).


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