Doppelte Haushaltsführung: Besuch der Familie am Tätigkeitsort

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Fahren nicht Sie am Wochenende nach Hause, sondern stattdessen Ihre Familie zu Ihnen an Ihren Beschäftigungsort, kann diese Besuchfahrt unter bestimmten Voraussetzungen zu Werbungskosten führen.

Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung anfallende Flug- und Fahrtkosten für den Besuch Ihres Ehepartners und Ihrer minderjährigen Kinder bei Ihnen können als Werbungskosten abzugsfähig sein (§ 9 Abs. 1 Satz 1 EStG). Voraussetzung: Sie sind aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen an einer Heimfahrt gehindert (FG Köln, Urteil vom 27.1.2010, Az. 4 K 2882/07).

Mit diesem Urteil folgt das FG Köln der BFH-Rechtsprechung aus den 1960er und 1970er Jahren. Schon damals ergingen folgende Urteile:

  • Ein Angestellter wurde von seiner Firma für fast acht Monate nach Japan entsandt. Die Ehefrau reiste nach einem Monat zu ihm und blieb dort vier Monate lang. Die Flugkosten für die Hin- und Rückreise wurden anerkannt (BFH, Urteil vom 3.11.1965, Az. VI 14/65 U).
  • Ein Angestellter mit Wohnsitz in Berlin war in Bayern beschäftigt und wurde dort von Frau und Kind besucht. Die Fahrtkosten wurden anerkannt, obwohl der Besuch vier Wochen lang dauerte (BFH, Urteil vom 2.7.1971, Az. VI R 35/68).
  • Ein Chefarzt an einem Krankenhaus konnte wegen Sonntagsdienst und Arbeitsüberlastung nicht nach Hause fahren; deshalb besuchte ihn seine Frau. Die Fahrtkosten wurden anerkannt (BFH, Urteil vom 21.8.1974, Az. VI R 201/72).

So viel ist abzugsfähig

Abziehbar sind die Fahrtkosten Ihres Ehepartners und Ihrer minderjährigen Kinder. Maximal abzugsfähig sind Fahrtkosten aber nur bis zu dem Betrag, den Sie insgesamt für alle Ihnen zustehenden Familienheimfahrten übers Jahr gesehen absetzen könnten (BFH, Urteil vom 28.1.1983, Az. VI R 136/79).

Die Wahl des Verkehrsmittels spielt keine Rolle; selbst Flugkosten müssen anerkannt werden. Nicht anerkannt werden aber Aufwendungen für Verpflegung und Unterkunft (BFH, Urteil vom 21.8.1974, Az. VI R 201/72).

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