Doppelte Haushaltsführung bei Ledigen: Neue Urteile zum eigenen Hausstand

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Auch Ledige können für die Wohnung am Beschäftigungsort Mehraufwendungen wegen doppelter Haushaltsführung geltend machen. Voraussetzung: Lebensmittelpunkt und ein eigener Hausstand befinden sich am Wohnort. Liegt dieser im Haus der Eltern, zücken die Finanzbeamten gerne den Rotstift.

So wollten zwei Finanzämter einen eigenen Hausstand ablehnen, weil den Arbeitnehmern am Wohnort keine eigene Küche zur Verfügung stand. Zu Recht?

Nein, allein aus diesem Grund darf das Finanzamt eine doppelte Haushaltsführung nicht ablehnen. Das hat aktuell der Bundesfinanzhof klargestellt. Ein eigener Hausstand kann also auch dann vorliegen, wenn

  • die mütterliche Küche mitbenutzt wird (BFH, Urteil vom 30.7.2009, Az. VI R 13/08);
  • die Räume am Lebensmittelpunkt über keine eigene Küche verfügen, sondern mit einer Mikrowelle und einem Kühlschrank ausgestattet sind (BFH, Urteil vom 28.10.2009, Az. VIII R 13/09).

Eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass der eigene Hausstand am Wohnort von Ihnen unterhalten wird. Dazu gehört, dass Sie die Haushaltsführung dort finanziell und persönlich (mit-)bestimmen. Nicht erfüllt ist diese Voraussetzung, wenn der Arbeitnehmer

  • den Bau des Wintergartens und einer Sauna im elterlichen Haus finanziert, sich aber nicht an den laufenden Haushalts- und Unterhaltskosten beteiligt (FG München, Urteil vom 24.9.2009, Az. 15 K 3320/06);
  • sich am Hausstand finanziell nicht beteiligt und sich die persönliche Mitwirkung auf die Mithilfe im Garten, bei Instandsetzungen und beim Schneeräumen beschränkt (FG München, Urteil vom 4.9.2008, Az. 15 K 456/08; Az. der Revision VI R 26/09).

Steuertipp
Tragen Sie am Wohnort nachweislich die Unterhaltskosten für Wasser, Energie, Heizung etc. (ggf. anteilig) und die laufenden Lebenshaltungskosten für Ihren eigenen Hausstand, haben Sie gute Karten beim Finanzamt. Lehnt Ihr Finanzamt einen eigenen Hausstand wegen fehlender finanzieller Beteiligung ab, sollten Sie dagegen Einspruch einlegen. Beantragen Sie unter Hinweis auf die anhängige Revision VI R 26/09 das Ruhen des Einspruch-Verfahrens, bis der BFH hierüber detailliert entschieden hat.

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