Doppelte Haushaltsführung bei geringem Abstand zwischen den Wohnorten

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Wenn zwischen Hauptwohnsitz und Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes nur 19 Kilometer liegen, müssen Sie schon sehr gute Argumente haben, um eine doppelte Haushaltsführung zu begründen. Hier ist es schief gegangen.

Der Fall: Ein Arbeitnehmer hatte seinen Lebensmittelpunkt in einer Wohnung in B. Er arbeitete jedoch in A - einem Ort, der nur 19 Kilometer entfernt lag. Der Arbeitnehmer gab an, unter der Woche in einer kleinen Wohnung in A zu leben und setzte Kosten für die doppelte Haushaltsführung in seiner Steuererklärung an. Das Finanzamt bezweifelte die Angaben und lehnte die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung ab.

Die Finanzrichter teilten die Auffassung des Gerichts und erkannten eine doppelte Haushaltsführung ebenfalls nicht an. Sie bezweifelten die berufliche Veranlassung der kleineren Wohnung am Arbeitsort und gingen vielmehr davon aus, dass das (im Streitjahr noch verheiratete) Paar bereits getrennt lebte. Dabei stützten sie sich auf folgende Argumente:

  • Die Entfernung zwischen der Hauptwohnung und der regelmäßigen Arbeitsstätte war hier so gering, dass der Weg zur Arbeitsstelle üblicherweise auch von B aus angetreten würde. Der Steuerzahler hatte zwar erklärt, er würde mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, was von B aus sehr umständlich sei. Fahrkarten konnte er aber keine vorlegen.
  • Das Finanzamt hatte für den zweiten Haushalt einen ungewöhnlich hohen Stromverbrauch festgestellt. Daraus schloss das Finanzamt, dass der Steuerpflichtige ausschließlich in dieser Wohnung gelebt hatte - entweder allein, vielleicht sogar auch mit weiteren Personen.
  • Ein Vollziehungsbeamter des Finanzamts, der aufgrund eines Vollstreckungsersuchens des Gerichts den Steuerzahler in B aufsuchen wollte, konnte dort keinen Wohnsitz des Steuerzahlers feststellen und vermerkte auf dem Schreiben: "Vollstreckungsschuldner verzogen nach N-Str. 26 A – A (lt. Ex-Frau schon länger verzogen)".

(FG München, Urteil vom 29.4.2009, Az. 10 K 2154/08)

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