Doppelte Haushaltsführung auch bei kostenfreier Wohnung im Haus der Eltern?

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Alleinstehende können Kosten für eine doppelte Haushaltsführung nur dann steuerlich geltend machen, wenn sich an ihrem bisherigen Wohnort weiterhin ihr Lebensmittelpunkt befindet und sie dort einen eigenen Hausstand unterhalten. Ein Zimmer im Haus oder in der Wohnung der Eltern ist kein eigener Hausstand und reicht deshalb nicht aus. Viele Finanzämter zücken den Rotstift aber auch dann, wenn es sich um eine abgeschlossene Wohnung handelt, die kostenfrei von den Eltern überlassen wird. Zu Recht?

Das Finanzgericht Düsseldorf hat dieser Vorgehensweise der Finanzämter erfreulicherweise eine Absage erteilt. Die Finanzrichter erkennen eine 34qm große Wohnung im Haus der Eltern auch dann als eigenen Hausstand an, wenn die Wohnung kostenlos von den Eltern überlassen wird.

Denn entscheidend sei letztlich nicht, ob für die Wohnung Kosten entstanden sind, sondern dass der junge Arbeitnehmer aus eigenen Mitteln seine Haushaltsführung bestritten hat und aufgrund der eigenen abgeschlossenen Wohnung nicht in den Hausstand der Eltern eingegliedert war (FG Düsseldorf vom 29.6.2005, EFG 2005 S. 1755).

Jetzt muss der Bundesfinanzhof entscheiden (Az. des BFH: VI R 60/05). Lehnt Ihr Finanzamt in einem vergleichbaren Fall die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung ab, sollten Sie dagegen Einspruch einlegen und unter Hinweis auf die anhängige Revision Ruhen des Verfahrens beantragen.

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