Doppelte Haushaltsführung: Anerkennung jetzt leichter möglich!

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Dass der Arbeitnehmer für die Kosten des Haushalts aufkommt, ist zwar ein besonders wichtiges Indiz für eine doppelte Haushaltsführung - zwingende Voraussetzung für die Anerkennung ist es aber nicht. Aufatmen können jetzt z.B. Ledige, die ihren Haupthaushalt bei den Eltern haben und dort keine Kosten tragen müssen.

Der Fall: Ein lediger Angestellter hatte am Arbeitsort eine 64qm große Dreizimmerwohnung. Seinen Haupthaushalt hatte er bei seinen Eltern: 45qm Schlaf- und Wohnraum im Dachgeschoss, Küche und Bad wurden gemeinsam benutzt. Der Angestellte machte die Kosten für die Dreizimmerwohnung am Beschäftigungsort im Rahmen der doppelten Haushaltsführung bei den Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen jedoch nicht an. Argument: Bei den Eltern habe der Angestellte nicht an den Kosten beteiligt - folglich könne er dort auch keinen eigenen Haushalt gehabt haben. Denn die finanzielle Beteiligung sei Voraussetzung für einen eigenen Haushalt.

Das Urteil: Der BFH hob jetzt die Entscheidung der Vorinstanz - die sich auf die Seite des Finanzamts gestellt hatte - auf und verwies das Verfahren zurück. Wenn ein Arbeitnehmer eine Wohnung unentgeltlich nutz, meinten die Richter, müsse sorgfältig geprüft werden, ob die Wohnung als eine eigene oder als die des Überlassenden, z.B. der Eltern, zu behandeln sei. Dabei sei die Frage nach der Beteiligung an den Kosten des Haushalts zwar ein wichtiges Indiz, aber keine zwingende Voraussetzung (BFH, Urteil vom 21.4.2010, Az. VI R 26/09).

Das Finanzgericht muss sich die Sache nun noch einmal genau anschauen und unter Berücksichtigung des BFH-Urteils neu bewerten. Fest steht: Allein auf das Argument, man habe sich nicht an den Kosten des Hausstands beteiligt, können sich die Finanzämter künftig nicht mehr berufen.

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