Büroangestellter: Anzug nicht als Werbungskosten absetzbar

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Aufwendungen für Businesskleidung sind ungeachtet einer möglichen Aufteilbarkeit auf private und berufliche Nutzungszeiten nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Dies hat das FG München entschieden.

Mit dem Urteil wurden einem Steuerfachangestellten der Werbungskostenabzug für die Anschaffung und Reinigung zweier Anzüge versagt.

Die Richter betonten, dass es sich nur dann um typische Berufskleidung handele, wenn die berufliche Verwendungsbestimmung bereits in der Beschaffenheit der Kleidung entweder durch ihre Unterscheidungs- oder durch ihre Schutzfunktion zum Ausdruck kommt. Diese Voraussetzungen seien hier nicht gegeben.

Bereits bei der Farbe habe der Steuerfachangestellte vorliegend die freie Wahl. Gleiches gelte für die Kombination der Anzüge mit Hemden, Krawatten und Schuhen. Auch sei zu berücksichtigen, dass seine Mandantschaft oft ebenfalls in Anzügen zu Terminen erscheinen wird. Somit komme den Kleidungsstücken keinerlei wie auch immer geartete Unterscheidungsfunktion mehr zu (FG München vom 10.7.2014, 15 K 1016/12 ).

Was ist Berufskleidung und welche Kosten sind absetzbar?

Die Kosten für Kleidung können bei den Werbungskosten angegeben werden, wenn es sich um typische Berufskleidung handelt. Darum handelt es sich – vereinfacht gesagt – wenn anhand der Kleidung der Beruf erkennbar ist. Es reicht also nicht, dass die Kleidung einfach nur während der Arbeitszeit getragen wird, sondern es muss sich um Kleidung handeln, die ohne den betreffenden Beruf nicht getragen würde und die außerhalb des Berufs im Alltag üblicherweise nicht getragen wird.

Als berufstypische Kleidung werden beispielsweise anerkannt:

  • Arbeitskleidung und Schutzkleidung (z.B. Arbeitskittel bei Handwerkern, Mechanikern und Ingenieuren; Laborkittel bei Chemikern und Chemielehrern; schwarze Kleidung bei Schornsteinfegern; Sicherheitsschuhe, Arbeitsstiefel, Schutzhelme, Arbeitshandschuhe, Warnweste für Bauarbeiter; Bühnenkleidung bei Künstlern),

  • Amtstrachten (z.B. Robe, Barett, Halsbinde, weiße Kragen und weiße Hemden ohne Kragen bei Richtern, Staats- und Rechtsanwälten, Talar bei Pfarrern),

  • Uniformen (z.B. Dienstpullover, Arbeitsanzug, Drillichanzug, Barett, Sportkleidung, Parka, Wintermantel, Diensthemden bei Angehörigen von Bundeswehr, Bundes- und Landespolizei sowie Zoll),

  • Dienstkleidung (z.B. Kleidungsstücke, die als Dienstkleidungsteile dauerhaft gekennzeichnet sind, beispielsweise durch angenähte oder eingewebte Dienstabzeichen, Posthorn, Bundes- oder Landeswappen).

Als Berufskleidung können ausnahmsweise auch Kleidungsstücke beurteilt werden, die eigentlich zur normalen bürgerlichen Kleidung (Alltagskleidung) gehören. Doch die Hürde für eine steuerliche Anerkennung ist sehr hoch: Die Kleidungsstücke müssen für den Beruf typisch sein und es muss so gut wie ausgeschlossen sein, dass die Sachen im Alltag privat getragen werden.

Alltagskleidung, die nicht für den Beruf typisch ist, wird nach der Rechtsprechung nicht dadurch zur Berufskleidung, dass sie eigens für die berufliche Tätigkeit gekauft wurde und ausschließlich während der Arbeitszeit getragen wird. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Kleidung am Arbeitsplatz aufbewahrt wird.

Wenn tatsächlich typische Berufskleidung vorliegt, dann gehören zu den Werbungskosten:

  • nachgewiesenen Ausgaben für die Anschaffung

  • Reinigungskosten,

  • Kosten für den Schneider, falls die Berufskleidung repariert bzw. geflickt werden muss.

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